Ehrungen in Bookholzberg: HSG-Vorsitzender Holger Jüchter (von links) und Kassenwartin Tina Vosteen ehrten Heinz Quahs (2. von links) und Friedrich Kossen.

Bookholzberg. Zusammen leiteten sie mehr als 3200 Spiele, nun tragen sie auch die Silberne Ehrennadel des Handball-Verbandes Niedersachsen: Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zeichnet die Schiedsrichter-Veterannen Friedrich Kossen und Heinz Quahs aus.

Friedrich Kossen und Heinz Quahs standen in ihrem Handballer-Leben schon dutzende Male im Mittelpunkt, was in einer jahrzehntelangen Laufbahn als Spieler, Funktionär und Schiedsrichter wohl kaum zu verhindern war. Quahs war einst ein hervorragender Werfer und Unparteiischer, Kossen, der nur „Fidi“ genannt wird, leitete in 47 Jahren an der Pfeife weit über 2000 Spiele. Und dennoch war es für sie ein spezieller Abend, den sie kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg erleben durften. Die Urgesteine wurden von ihrem Verein für ihre imposanten Karrieren ausgezeichnet, was dem HSG-Vorsitzenden Holger Jüchter ein sichtliches Vergnügen war. Er überreichte Kossen und Quahs je einen Blumenstrauß und die Silberne Ehrennadel des Handball-Verbandes Niedersachsen.

Kossen an der Spitze des TSV Grüppenbühren
Beide haben im Handball nahezu alles gesehen. Kossens Werdegang als Schiedsrichter begann bereits 1972, er schaffte es mit Partner Gerd Voigt bis in die Regionalliga – das Duo wurde jedoch gesprengt, als Voigt verstarb. „Leider konnte er Fidi nicht bis zum Schluss begleiten“, erzählt Jüchter. Danach stand Kossen kurz Karl-Heinz Krause zur Seite, ehe er bis 2015 mit Andreas Jordan pfiff – und zum Schluss mit Quahs. 2019 war dann nach dem Aufstiegsspiel zur Landesliga zwischen dem TvdH Oldenburg II und der SG Teuto Handball Feierabend für den ehemaligen HSG-Abteilungsleiter – im Alter von 64 Jahren. „Die Knochen machen nicht mehr mit“, sagte er damals. „Die letzten vier Jahre waren noch ein ganz toller Abschluss“, betont Jüchter.

Quahs war eigentlich Schwimmer
Wie Kossen, der 13 Jahre lang an der Spitze des TSV Grüppenbühren stand, hat auch Quahs auf und neben dem Feld Verantwortung übernommen. Der Westfale kam durch die Bundeswehr nach Delmenhorst, hatte bis dahin aber mit Handball wenig im Sinn – er war als Schwimmer erfolgreich gewesen, sogar bei der Westdeutschen Meisterschaft. Seine ersten Stationen waren der TSV Grüppenbühren, der TSV Hengsterholz und der TuS Hasbergen, wo er die Handball-Abteilung führte. Bereits 1974 wurde er Schiedsrichter und Dieter Kirchberger bis 1980 sein fester Partner. Später wurde Kirchberger von Heinz Jordan abgelöst. Quahs stand mit beiden Mitstreitern im Niedersachsen-Kader. Er leitete auch mit Jordans Sohn Andreas viele Spiele. Über die Jahrzehnte kamen für den 70-Jährigen mehr als 1200 Spiele auf dem Parkett zusammen. „An die Zahl von Friedrich wird er wohl nicht mehr herankommen“, scherzt Jüchter. Dafür ist Quahs schon lange als Schiedsrichter-Beobachter unterwegs und gibt seine Erfahrungen auf diese Weise weiter – genug davon hat er in 45 Jahren an der Pfeife zweifellos gesammelt.

https://www.noz.de/sport/lokalsport-dk/artikel/2124735/grosse-ehre-fuer-schiedsrichter-legenden-der-hsg-grueppenbuehren-bookholzberg