Stefan Buß gehört mit seinem Team zum Favoritenkreis in der Handball-Landesliga (Foto Rolf Tobis)

Hoykenkamp/Bookholzberg. In der Handball-Landesliga erklären sich die TS Hoykenkamp und die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gegenseitig zum Favoriten – das hat gute Gründe.

Die Handball-Nachbarn TS Hoykenkamp und HSG Grüppenbühren/Bookholzberg foppen sich gern gegenseitig; seit fast 20 Jahren bewegen sich die Gemeinde-Rivalen fast durchgehend auf einem Niveau und waren nicht nur für denkwürdige Derbys gut, sondern auch für den einen oder anderen Spruch. Man weiß deshalb nicht ganz genau, was dahinter steckt, wenn sich die beiden Clubs vor der anstehenden Landesliga-Saison gegenseitig zum Favoriten in der Staffel Nordwest erklären – vielleicht will man dem Konkurrenten nur etwas Druck machen, vielleicht ist es aber auch einfach sportliche Wertschätzung.

Denn Argumente haben beide Teams reichlich. Hoykenkamp ist zwar nur als Nachrücker aufgestiegen, hat aber den größten Umbruch seiner jüngeren Geschichte vollzogen, der jede Menge Klasse ins Team gebracht hat. Der neue Spielertrainer Andre Haake ist von etlichen ehemaligen Oberliga-Kollegen umgeben, zuletzt kam mit Stand-By-Spieler Torben Sudau ein weiterer dazu. Allein Haake selbst und seine Neuzugänge Stefan Timmermann, Ole Goyert und Tim Streckhardt haben in der vergangenen Saison zusammen 213 Oberliga-Tore geworfen. „Mit diesem Kader wollen wir auf jeden Fall oben mitspielen“, sagt Haake. „Besonders die Aufstiegsaspiranten Grüppenbühren und TV Schiffdorf werden uns aber schon alles abverlangen.“

Haake hofft auf Fans in der Halle
Weil er Talente und Spieler aus der zweiten Mannschaft gern dazuholt, kommt für das Training ein Kader von 23 Spielern zusammen – fast schon ein Überangebot. Der Spielertrainer will, dass die Halle Heide die Festung bleibt, die sie zuletzt in der Landesklasse war. Neun der zehn Heimspiele wurden gewonnen, kurioserweise gewann Haake mit seinem alten Team TSG Hatten-Sandkrug II als einziger Gegner bei der Turnerschaft. Er hofft, dass zum Beginn der Punktspiele am 24. Oktober Fans zugelassen sind. „Ohne sie wird es deutlich weniger prickelnd“, sagt Haake. „Ich hoffe wenigstens auf eine kleine Zahl an Zuschauern.“ Der Handball-Verband Niedersachsen hat diesbezüglich zuletzt schon positive Signale gesendet.

Buß fürchtet Schiffdorf
Grüppenbühren muss im Vergleich zu Hoykenkamp noch deutlich länger auf den Saisonstart warten: Erst am 7. November geht es gegen Tura Marienhafe los, dann folgen zwei Auswärtsspiele beim Wilhelmshavener SSV und beim VfL Rastede. Die Partie in Wilhelmshaven sollte eigentlich der Auftakt sein, wurde aber nach hinten verlegt. „Wir haben ein sehr schweres Startprogramm“, findet Trainer Stefan Buß. Da die Liga nur aus elf Mannschaften besteht, „kann einen jede Niederlage zurückwerfen“.

In zwei Testspielen gegen die Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen hat sich seine Mannschaft schon gut geschlagen, auch ohne den krankheitsbedingt fehlenden Co-Trainer Werner Dörgeloh. Buß stapelt etwas tiefer als Trainerkollege Haake, auch wenn die HSG als Zweiter der Vorsaison eigentlich naturgemäß zu den Favoriten zu zählen ist. Das aber seien für ihn Hoykenkamp und der TV Schiffdorf, der zuletzt Dritter war und „wohl erneut im Kampf um den Aufstieg angreifen will“. Außer Grüppenbühren und Schiffdorf hat 2019/20 nur Rastede überhaupt einen einstelligen Platz in der Landesliga belegt – alle anderen Staffelrivalen waren Kellerkinder oder spielten eine Klasse tiefer. Buß bleibt aber vorsichtig: „Es darf kein einziger Gegner unterschätzt werden.“ Oben mitzuspielen ist, bei aller Bescheidenheit, aber dennoch das Ziel.

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