Grüppenbühren/Bookholzberg. Corona ließ die Aufstiegshoffnung der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Handball-Landesliga platzen. Inzwischen trainiert das Team längst wieder – und hat fünf Neue dabei.

Zu behaupten, die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hätte Corona besonders hart getroffen, wäre zweifellos maßlos übertrieben – aber ein wenig dürften sie doch gehadert haben mit der globalen Krise, die zum Abbruch der Saison 2019/20 geführt hat. Die Meisterschaft in der Landesliga Bremen und damit den Aufstieg in die Verbandsliga waren nicht direkt als verpflichtend empfunden worden, man hätte beides aber durchaus gern mitgenommen. Am Ende wurde man Zweiter hinter dem nach Pluspunkten gleichauf liegenden TV Oyten, den man im vorletzten Spiel noch mit 25:24 geschlagen hatte. Grüppenbühren/Bookholzberg war das formstärkste Team und hatte zehn der letzten elf Partien gewonnen – wer weiß, was ohne Corona noch drin gewesen wäre?

Wie alle niedersächsischen Landesligisten wartet die HSG nun darauf, welcher Staffel sie zugeordnet wird. Zuletzt spielte sie zum ersten Mal in Bremen mit, was nicht nur die Fahrtwege reduzierte, sondern auch mit einer deutlichen besseren Bilanz endete. Vizemeister mit 31:7 Zählern – die Mannschaft von Stefan Buß holte in der um sieben Spiele kürzeren Saison drei Pluspunkte mehr als zuvor im Weser-Ems-Bereich. Der Club würde zu einer erneuten Zuweisung in die Landesliga Bremen wohl nicht Nein sagen, in jedem Fall würde man aber gern gegen die Lokalrivalen TS Hoykenkamp und HSG Delmenhorst II spielen.

Seit dreieinhalb Wochen hat Buß seine Spieler wieder regelmäßig beisammen, meistens auf dem Sportplatz, inzwischen aber auch ab und zu wieder in der Halle. Der athletische Bereich steht bis jetzt ganz klar im Fokus. „Wir sind jetzt erst die erste Woche auch in der Halle, denn wir wollten zunächst allen Eventualitäten vorbeugen“, sagt der Coach. „Zudem denke ich, dass die Saison später als gewohnt beginnen wird, sodass noch genügend Zeit bleibt, um sich auch im Technik- und Taktikbereich entsprechend vorzubereiten.“ Ein nur zu gut bekanntes Problem bleibt jedoch auch in dieser Zeit, denn die Gemeinde wird die Sporthallen in den ersten drei Wochen der Sommerferien, sehr zum Unmut der Mannschaften, wohl wieder schließen. An Einheiten auf dem Sportplatz ist man inzwischen allerdings gezwungenermaßen gewöhnt. 

Ob die HSG erneut um die Meisterschaft mitspielen kann, hängt davon ab, wie sich die neuen Spieler integrieren. Buß musste mit Keeper Arne Klostermann, der als Stand-By-Spieler noch für den Notfall bereit stünde, Marcel Tytus, der seine Laufbahn beendet hat, Marcel Biedermann und Julian Stolz, der in die zweite Mannschaft wechselt, vier Spieler aus dem Kader verabschieden. Die Neuzugänge sind alle spannend, denn niemand kann sagen, wie sie sich auf diesem Niveau bewähren. Dass sie Handball spielen können, haben sie in der Jugend und in unteren Klassen schon nachgewiesen. Von den A-Junioren, die in der Verbandsliga alle Spiele verloren hat, kommt mit Maurice Steffen der beste Torschütze, vom TSV Ganderkesee Andre Ahlers – er gehörte dort vor dem Teamrückzug vor der vergangen Spielzeit zu den Besten. Philip Janßen stößt aus der zweiten Mannschaft dazu, Paul Lapsien aus der vierten. Er spielte zuletzt nur in der Regionsklasse, hatte dort aber mit fast zehn Toren den besten Schnitt aller Spieler. Zwischen den Pfosten ist der bei der HSG Delmenhorst ausgebildete Maurice Broeck neu dabei.

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