Die Frauen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg kehren in die Landesliga zurück. Die HSG Hude/Falkenburg II verzichtet derweil auf den Aufstieg.

Es hätte noch einmal richtig spannend werden können. Ein enger Zweikampf um die Meisterschaft erschien durchaus wahrscheinlich. Doch dann kam die Corona-Krise dazwischen – und verhinderte, dass das Rennen um den Titel in der Handball-Landesklasse Weser-Ems der Frauen sportlich zu Ende gebracht werden konnte. In der offiziellen Abschlusstabelle belegt die HSG Hude/Falkenburg II den ersten Platz, direkt dahinter folgt die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Während die Oberliga-Reserve der Huderinnen nach Informationen unserer Zeitung auf den Aufstieg verzichtet, kehrt Grüppenbühren nach nur einem Jahr wieder in die Landesliga zurück.

Hude/Falkenburg absolvierte 17 Partien und verweist auf eine Ausbeute von 29:5 Punkten. 14 Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen lautet die Bilanz. Der Konkurrent aus dem Landkreis hat ein Spiel weniger auf dem Konto und hat mit 13 Erfolgen sowie drei Niederlagen insgesamt 26:6 Zähler eingesammelt. Und als wäre das alles schon nicht eng genug beisammen, hätte es noch interessanter werden können. Am 13. März stand nämlich eigentlich das direkte Duell in Bookholzberg auf dem Programm. Es war die erste Begegnung, die wegen Corona abgesagt wurde. „Das wäre spannend geworden“, meint auch Hudes Trainerin Inge Breithaupt.

Dass ihr Team ganz oben im Klassement stehen würde, hatte sie so nicht erwartet. „Durch unsere Situation, dass wir so viele Polizistinnen und Studentinnen haben, haben wir viele unterschiedliche Spielerinnen einsetzen müssen. Insofern ist das schon ungewöhnlich“, sagt Breithaupt. Die Huderinnen waren häufiger mal zur Improvisation gezwungen, „aber die, die mitgespielt haben, haben das wirklich gut gemacht“, lobt Breithaupt ihre Schützlinge. Die einzigen beiden Pleiten kassierte die HSG-Reserve am dritten Spieltag gegen den Sportclub Ihrhove 07 und am siebten Spieltag bei der SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn. Danach folgten mit Ausnahme des Unentschiedens gegen die HG Jever/Schortens nur noch Siege, die oft deutlich ausfielen. Das Hinrunden-Derby gegen Grüppenbühren/Bookholzberg am vierten Spieltag entschied Hude mit 27:22 für sich.

„Das Spiel in Hude haben wir deutlich und zu Recht verloren“, räumt Rolf Tants ein. Diese Partie zählte zu jenen Momenten, mit denen der Coach der Bookholzbergerinnen nicht einverstanden war. Insgesamt fällt sein Fazit aber positiv aus. „Unser Ziel war der Aufstieg. Das haben wir geschafft, damit bin durchaus zufrieden.“ Der verfrühte Saisonabschluss verlief allerdings nicht nach Plan. In den letzten drei Spielen zog die Tants-Sieben gleich zweimal den Kürzeren – gegen den BV Garrel II und zum Abschluss gegen die HSG Altes Amt Friesoythe. Dadurch gab die Spielgemeinschaft aus der Gemeinde Ganderkesee den Platz an der Sonne noch aus der Hand. „In Garrel haben wir uns schwergetan und unterm Strich verdient verloren. Dadurch sind wir ein bisschen aus dem Tritt gekommen“, schildert Tants. Nach einem knappen 23:22-Sieg bei der HSG Emden folgte mit dem 31:32 gegen Friesoythe eine ebenso knappe Niederlage.

Von den 13 Partien vor dem 23:28 gegen Garrel verloren die Bookholzbergerinnen lediglich eine – das Derby gegen Hude. Ansonsten waren sie nicht zu stoppen, feierten viele klare Erfolge und blieben in eigener Halle ungeschlagen. Auch gegen Kontrahenten aus der unteren Tabellenregion gaben sie sich keine Blöße. „Die Einstellung hat in jedem Spiel gestimmt“, lobt Tants. Seine Schützlinge hätten „nie versucht, ein Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen“. Sehr zur Freude ihres Trainers. „Wenn du nicht mit höchster Konzentration spielst, kannst du gegen untere Gegner Punkte verlieren“, betont Tants. Dass sein Team nun nicht mehr die Chance hatte, Platz eins zurückzuerobern, ärgert den Coach etwas. „Rein sportlich wäre es interessant geworden“, vermutet Tants. Den Abbruch kann er aber natürlich nachvollziehen.

Der Coach bleibt genau wie Betreuerin Sarah Temporale auch in der kommenden Saison an Bord. Von den Akteurinnen gab es bislang ebenfalls positive Signale. „Der Stamm der Mannschaft bleibt zusammen“, berichtet Tants, der seinem Team „sehr viel Potenzial“ bescheinigt. Nun bleibt abzuwarten, in welche Staffel die Bookholzbergerinnen für die neue Spielzeit eingeteilt werden. „Ich bin gespannt, ob wir in den Bremer oder in den Weser-Ems-Raum kommen“, sagt Tants.

Die Huderinnen bleiben derweil in der Landesklasse. Wie am Freitag aus Vereinskreisen zu hören war, nehmen sie ihr Aufstiegsrecht aus personellen Gründen nicht wahr.

https://www.weser-kurier.de/region/lokalsport/delmenhorster-kurier-lokalsport_artikel,-geglueckter-wiederaufstieg-_arid,1913497.html