Die Landkreisteams belegten die Plätze eins und zwei. Ob beide in die Landesliga hochgehen, scheint ungewiss.

BOOKHOLZBERG /HUDE Die Quotientenregelung hatte am Ende keine Auswirkungen mehr auf die Tabelle der Frauen-Landesklasse Nord, nachdem die Handballsaison in Niedersachsen vor knapp zwei Wochen aufgrund der Corona-Pandemie endgültig abgebrochen wurde. Dennoch hätte diese Spielzeit gerade an der Tabellenspitze im Endspurt noch einmal richtig spannend werden können, denn dort lieferten sich mit der HSG Hude/Falkenburg II (29:5 Punkte) und Verfolger HSG Grüppenbühren/Bookholzberg (26:6) gleich zwei Teams aus dem Landkreis ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen – zumal das direkte Duell gerade bevorstand. Doch genau zu diesem Zeitpunkt wurde die Saison für alle Teams unterbrochen.

Eine Rücksprache bei Jens Schoof, Vizepräsident im niedersächsischen Handball-Verband (HVN) und hier zuständig für die Spieltechnik, ergab, dass beide Teams in die Landesliga aufsteigen könnten.

Zukunft bleibt offen
Ob Hude/Falkenburg II als Meister dieses Angebot wahrnehmen wird, bleibt offen, zumal das Team von Trainerin Inge Breithaupt bereits in der Vergangenheit mehrfach auf den Aufstieg verzichtet hat. Das Hauptproblem ist dabei, eine für die Landesliga konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. So werden Svenja Hoffmann und Melissa Gezgin wohl in Osnabrück studieren, während weitere Spielerinnen berufsbedingt nicht regelmäßig an Training und Spielen teilnehmen können. Zudem wollen sich einige ältere Spielerinnen zurückziehen, so dass die HSG-Trainerin nicht weiß, wer dann exakt zur Verfügung stehen wird. So wird es wohl bis zum Meldetermin (15. Mai) dauern, bis entschieden ist, ob das Breithaupt-Team nun aufsteigt.

Mit der zurückliegenden Saison ist die Trainerin jedoch weitgehend zufrieden, denn die Mischung aus jungen und routinierten Spielerinnen harmonierte gut, so dass auch kurzfristige Ausfälle einzelner Akteurinnen immer wieder kompensiert werden konnten. Besonders zu Beginn der Saison fehlten mit Spielmacherin Inke Meyerholz und Goalgetterin Anja Wessels zwei ganz wichtige Spielerinnen. Nach einem Weckruf mit der 21:22-Niederlage gegen den SC Ihrhove steigerte sich das Team gewaltig, gewann in der Hinrunde unter anderem das Spitzenspiel gegen Grüppenbühren/Bookholzberg mit 27:22 Auch in der Folge gaben sich beide Teams kaum eine Blöße.

Gerade die Huder Defensive trug einen großen Teil zu den Erfolgen bei. Mit Tabea Westermann, Hiske Poppe-Jacobi sowie Michelle Gerlach verfügte die HSG-Reserve zudem über ein starkes Torwart-Trio. Doch auch offensiv wusste das Team zu überzeugen, wobei Anja Wessel mit 101 Treffern, Carina Dolch (59) und Malin Blankemeyer (57) die besten Werferinnen waren.

Wiederaufstieg geschafft
Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg wollte nach dem letztjährigen Abstieg aus der Landesliga gleich den Wiederaufstieg ins Visier nehmen. So gelang dem Team von Trainer Rolf Tants mit einem kleinen Kader auch ein gelungener Einstieg in die neue Saison, denn nach drei klaren Erfolgen lag die HSG auf dem ersten Tabellenplatz. Den ersten Rückschlag gab es im Nachbarschaftsduell in Hude. Mit einer Serie von neun Siegen in Folge schienen die Tants-Schützlinge dann aber in Richtung Aufstieg zu marschieren, ehe das Team nach Niederlagen gegen Garrel und Friesoythe auf den zweiten Tabellenplatz zurückfiel.

Insgesamt zeigten sich die Spielerinnen um Goalgetterin Wiebke Möller (102 Treffer), Farina Sanders (52) und Sonja Gode (46) aber sehr treffsicher und sorgten so für einige sehr deutliche Erfolge. Da das Tants-Team bei Abbruch der Saison noch mit einem Spiel in Rückstand war, ergibt die abschließende Statistik ein etwas schiefes Bild, denn mit 475 erzielten Treffern war die Offensive der HSG „nur“ drittbeste, während sich die Abwehr (348 Gegentore) die Bestnote aller Teams verdiente.

Der Vorsprung auf die weiteren Konkurrenten war so groß, dass der Aufstieg bis zum Schluss nicht mehr hätte gefährdet werden können. So kann die HSG, bei der weiterhin Tants auf der Kommandobrücke stehen wird, in der nächsten Saison wieder in der Landesliga spielen – es ist aber noch unklar, in welcher Staffel. Denn erst nach Meldeschluss wird Jens Schoof entscheiden, nach welchen geografischen Gesichtspunkten die Mannschaften in eine der fünf Landesligen eingeteilt werden.

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