1.Herren – Von Verdruss keine Spur

19. Juli 2019

Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hat mit der neuen Staffeleinteilung kein Problem und freut sich auf die Landesliga Bremen. Derweil schreitet der Umbruch im Team voran.

Die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um ihren Trainer Stefan Buß müssen in der kommenden Saison deutlich weniger Kilometer zurücklegen.

Die Nachricht kam dann doch einigermaßen überraschend. Als plötzlich feststand, dass die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der kommenden Saison nicht mehr in der Landesliga Weser-Ems, sondern in der Landesliga Bremen antreten, waren die Vereinsverantwortlichen darauf nicht gefasst. „Zuerst war es ein Schock. Der Verband hat das ohne Ankündigung gemacht“, schildert Werner Dörgeloh, 2. Vorsitzender der HSG und Co-Trainer des Herrenteams. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er der unerwarteten Neueinteilung so einiges Positives abgewinnen konnte. „Es ist mal was Neues. Und vom Wirtschaftlichen her ist es top. Man braucht nicht mehr so weite Wege fahren.“

In der Tat müssen die Bookholzberger in der neuen Spielzeit bei den Auswärtsfahrten deutlich weniger Kilometer zurücklegen. Vierstellig ist die Zahl zwar nicht ganz, aber um die 900 dürften es grob überschlagen sein. Ein enormer Vorteil, den auch Stefan Buß zu schätzen weiß. Darüber hinaus freut sich der HSG-Trainer auf bislang eher unbekannte Kontrahenten, die aufgrund der Neueinteilung auf die Spielgemeinschaft warten. „Ich finde das gut, weil wir jetzt neue Gegner haben. Die Landesliga Weser-Ems kennt man ja in- und auswendig“, meint Buß. Er sei gespannt, was die künftige Spielklasse so mit sich bringt. „Ich kann die Liga schlecht einschätzen“, sagt der Coach.

Auf jeden Fall müssen alle, die es mit der Landkreis-HSG halten, auch in Zukunft nicht auf Derbys verzichten. Schließlich ist die Zweitvertretung der HSG Delmenhorst in der Landesliga Bremen beheimatet. Eine attraktive Konstellation, wenngleich sie wohl keinen direkten Ersatz für die Duelle mit der in die Landesklasse abgestiegenen TS Hoykenkamp darstellen wird. Die Partien gegen den Gemeinde-Nachbarn „werden sicherlich fehlen“, meint Werner Dörgeloh. „Das hat immer Spaß gemacht, wenn da richtig was los war.“

Richtig was los ist auch in der Vorbereitung der Bookholzberger. Gleich 22 Akteure stehen dem Trainer-Duo derzeit zur Verfügung. Ganz schön viele also – zu viele sogar für einen Kader. Deshalb darf sich kein Spieler sicher sein, jeder muss sich beweisen, um einen Platz in der ersten Mannschaft zu bekommen. Und jeder, der erst mal in der Reserve landet, hat stets die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Festgezurrt ist also nichts bei der Spielgemeinschaft. „Das wissen die Jungs. Sie müssen Gas geben, ziehen aber auch voll mit“, betont Dörgeloh. Den Eindruck hat Stefan Buß bislang ebenso gesammelt. „Alle haben richtig Bock. Das sieht man im Training“, lobt der Coach.

Den Konkurrenzkampf beleben viele Zugänge aus den eigenen Reihen. Aus der A-Jugend rücken Jona Schultz, Bennet Krix, Norman Lachs, Nico Hennemann, Sebastian Latz und Jan Kinner hoch. Zudem sind aus der zweiten Mannschaft Torsten Jüchter, Marcel Titus, Sönke Dierks und Sören Döhle dazugestoßen. Aufgehört hat derweil Alexander Depperschmidt, den die Trainer aber gerne als Betreuer einbinden wollen.

Der Umbruch ist also in vollem Gange. „Wir machen ihn nun komplett“, sagt Buß. Wer letztlich in welchem Team landet, also jedenfalls fürs Erste, entscheidet sich Ende August, wenn die HSG ein dreitägiges Trainingslager in Dänemark absolviert. „Dann werden wir den Kader bekannt geben“, kündigt der Trainer an.

Apropos bekannt geben: Nachdem die neue Ligen-Einteilung publik geworden war, benötigten die Trainer und der Vorstand laut Dörgeloh nicht viel Zeit, um zu einem Entschluss zu kommen. „Wir haben uns kurz unterhalten und entschieden, dass wir das angehen, ohne uns zu beschweren.“

Gänzlich neu war die Thematik übrigens nicht. Bereits im April 2018 hatte sich das Erweiterte Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) mit einer deutlichen Mehrheit dafür ausgesprochen, die bisher eher starren Grenzen der Ober-, Verbands- und Landesligen der Frauen und Männer aufzuheben und – wie in den Jugendligen – die Staffeleinteilungen künftig nach rein geografischen Kriterien vorzunehmen. Es gab diesbezüglich also einen Beschluss. „Das ist jetzt nicht noch mal angekündigt worden. Wir müssen uns den Schuh anziehen, dass wir vielleicht noch mal hätten darauf hinweisen müssen“, sagt Carsten Schlotmann, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim HVN.

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