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Landesliga: Grüppenbühren ringt den Favoriten Hoykenkamp in einem hektischen Spiel mit 31:30 nieder

Derby-Drama mit Überraschung

Christoph Bähr 25.01.2016 0 Kommentare

Normalerweise verweigern Trainer nach einer bitteren Niederlage schon mal jeglichen Kommentar zum Spiel. Sven Engelmanns Mannschaft jedoch hatte gerade einen zuckersüß schmeckenden Sieg eingefahren, und trotzdem wollte sich der Coach der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zunächst nicht äußern. Der Grund: Ganz egal, was Engelmann auch gesagt hätte, es wäre diesem Moment nicht gerecht geworden. „Ich kann es gerade nur schlechter machen, deshalb genieße ich einfach nur“, erklärte er, nachdem seine Mannschaft das gestrige Derby der Handball-Landesliga bei der TS Hoykenkamp überraschend mit 31:30 (16:10) gewonnen hatte.

So viel sei verraten: Engelmann sollte doch noch etwas zu der Partie sagen, schließlich bot das Duell der Erzrivalen auch Gesprächsstoff genug. Ganz besonders die wohl umstrittenste Szene des Nachmittags in der 56. Minute. Hoykenkamps Lennard Timmermann wäre bei einem Tempogegenstoß frei durch gewesen, doch Kevin Pintscher stoppte ihn regelwidrig. Daraufhin foulte Hergen Schwarting Pintscher. Die Schiedsrichter Philip Jandt und Kevin Peters (TSG Hatten-Sandkrug) berieten sich danach minutenlang und verhängten schließlich eine Zeitstrafe gegen Schwarting, während Pintscher weiterspielen durfte. „Das hätte Rot geben müssen“, ärgerte sich Hoykenkamps Trainer Jörn Franke. „Man kann viel über das Spiel sagen, aber diese Szene hat das Derby entschieden.“

Dass es in der Schlussphase überhaupt noch einmal so eng werden sollte, hatten zur Pause wohl nur wenige der rund 350 Zuschauer in der ausverkauften Halle Heide gedacht. Die erste Halbzeit hatten nämlich völlig überraschend die Grüppenbührener mit einer spielerisch starken Leistung dominiert. Die Routiniers Werner Dörgeloh und Stefan Buß waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Gäste schnell auf 7:3 davonzogen (9.). Während Buß von der Siebenmeter-Linie traumwandlerisch sicher verwandelte, traf Dörgeloh aus dem Spiel heraus vor der Halbzeit alles.

Dörgeloh trifft aus allen Lagen

Die Hoykenkamper stellten rasch auf eine 5:1-Deckung um, damit ein vorgezogener Spieler die Kreise des Grüppenbührener Routiniers einengt, doch das zeigte zunächst wenig Wirkung. Mit einem Doppelschlag erhöhte Dörgeloh auf 11:6 (18.). Besonders beeindruckend: Sekunden vor der Pause hämmerte der 40-Jährige den Ball aus dem Stand in den Torwinkel – 16:10. „Da lassen wir den alten Mann aus 14 Metern ein Tor werfen“, sagte Franke ungläubig. „Das darf nicht passieren.“ Dörgeloh wiederum schob seine glänzende Vorstellung scherzhaft auf die Mannschafts-Kohlfahrt am Sonnabend. „Das sollten wir jetzt immer so machen.“

Zur Halbzeit sah es also denkbar schlecht aus für die Gastgeber, doch nach dem Seitenwechsel boten sie eine beeindruckende Energieleistung. Als Tim Streckhardt auf 17:20 verkürzte (40.), war wieder alles drin. „Im zweiten Durchgang haben wir bravourös gekämpft“, lobte Franke sein Team. Die Grüppenbührener hielten zwar dagegen, waren im Angriff aber nicht mehr so wirkungsvoll wie in den ersten 30 Minuten. „Ich bin 40 Jahre alt, da kann ich nicht 60 Minuten lang Gas geben“, gab Dörgeloh zu. Hoykenkamp wiederum wechselte nun viel durch und schaltete nach Ballgewinnen blitzschnell um. In der 46. Minute konnte Grüppenbührens Marcel Donner seinen Gegenspieler Sebastian Rabe nach einem Konter nur per Foul stoppen und sah die Rote Karte. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Nico Skormachowitsch zum 23:24 aus Sicht der Gastgeber, die nun kurz davor standen, der Partie eine Wendung zu geben.

Janorschke zeigt Willen

Die Gäste warfen aber ihre ganze Kampfkraft in die Waagschale und behaupteten dadurch stets eine knappe Führung. Exemplarisch sei Marcel Janorschke genannt, der im Fallen das 25:23 erzielte und sich dabei am Kinn verletzte (47.). Trotzdem kam er kurz darauf mit einem dicken Pflaster zurück auf das Feld. Beim 24:25 durch Kyan Petersen war Hoykenkamp wieder dran (48.), bei Grüppenbühren übernahmen jetzt Pintscher und Lasse Wiosna im Rückraum mehr Verantwortung. Pintscher war es auch, dem das 27:24 gelang (51.). Die Hausherren kamen wieder auf 28:29 heran (56.). Danach folgte die umstrittene Zeitstrafe gegen Schwarting, allerdings war Hoykenkamp sogar in Unterzahl besser und agierte mit einem sechsten Feldspieler anstelle eines Torwarts. Rabe, Petersen und wieder Rabe hatten große Chancen zum Ausgleich, scheiterten aber jeweils am Grüppenbührener Keeper Arne Klostermann, der in der Schlussphase über sich hinauswuchs. Pintscher sorgte mit dem 31:28 für die Vorentscheidung (59.), Hoykenkamps Treffer von Streckhardt und Schwarting kamen anschließend zu spät.

Jörn Franke war nach der Derbypleite ernüchtert. „Das ist das Ende aller Meisterscha

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