1 Herren – Handball-Landesliga: HSG Grüppenbühren/Bookholzberg im Derby obenauf

HANDBALL-LANDESLIGA

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg im Derby obenauf

Völlig frei – und doch kein Tor: Tim Streckhardt (am Ball) und seine Hoykenkamper Teamkollegen bissen sich an Grüppenbührens Torwart-Duo Jan-Bernd Döhle (rechts) und Arne Klostermann gestern die Zähne aus. Foto: Rolf Tobis

Hoykenkamp. Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schockt die TS Hoykenkamp und gewinnt das Landesliga-Derby mit 31:30. Die Hoykenkamper erleiden einen schmerzhaften Rückschlag im Titelrennen.

Die Saison in der Handball-Landesliga ist gestern Abend selbstverständlich noch nicht zuende gegangen. Zwölf Spiele stehen der TS Hoykenkamp in den kommenden dreieinhalb Monaten noch bevor, dennoch war Trainer Jörn Franke bereits in Endzeitstimmung. Nach dem ebenso überraschenden wie schmerzvollen 30:31 (10:16) gegen den Lokalrivalen HSG Grüppenbühren/Bookholzberg formulierte der Trainer der TS Hoykenkamp sogar den Abgesang auf die Meisterschaft. „Das war wohl das Ende unserer Träume. Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen“, klagte der Coach – obwohl sein Team bei zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze eigentlich noch dick im Geschäft ist. Doch der Frust über die Derby-Pleite saß zu tief, um direkt wieder zur Aufholjagd zu blasen.

320 Zuschauer in der Halle

So bitter der Tag für Hoykenkamp war, so erlösend fühlte er sich für Grüppenbühren/Bookholzberg an. Bei einer Pleite wäre das Team weiter in den Abstiegskampf gerutscht, stattdessen gelang vor 320 Zuschauern ein spektakulärer Befreiungsschlag. „Es war eine tolle kämpferische Leistung“, fand Trainer Sven Engelmann. „Es wurde alles umgesetzt, was ich vorgegeben hatte.“

Und das von Anfang an, denn die HSG legte den Grundstein für den Sieg durch einen unwiderstehlichen Start. Besonders Oldie Werner Dörgeloh spielte groß auf, der 40-Jährige traf allein in der ersten Hälfte sechsmal. Grüppenbühren führte nach neun Minuten mit 7:3 und nach 18 Minuten mit 11:6. Hoykenkamp fand überhaupt nicht in die Partie und arbeitete sich auch am HSG-Torwartduo Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann ab.

Umstrittene Schiedsrichterentscheidung in der Endphase

Der Sechs-Tore-Vorspung der HSG nach den ersten 30 Minuten schrumpfte nach der Pause aber schnell. Über 18:21 kam Hoykenkamp auf 23:24 heran (46.). Grüppenbühren ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und zog wieder auf vier Tore davon. Nachdem die Hoykenkamper bei 28:29 erneut in Schlagdistanz waren, kam es zur Schlüsselszene der Partie. Hoykenkamps Lennard Timmermann wurde bei einem Konter hart angegangen und verlor dabei den Ball. Die Hatter Schiedsrichter Kevin Peters und Phillip Jandt ließen weiterlaufen. So kam Grüppenbührens Kevin Pintscher an den Ball und wurde von Hergen Schwarting gefoult. Nach einer längeren Beratung wurde dann das erste Foul gegen Timmermann nicht geahndet, stattdessen kassierte Schwarting eine Hinausstellung – zum Unmut der Hoykenkamper Fans. „Wir waren gerade dran, aber die Strafe hat meine Mannschaft aus dem Konzept gebracht“, haderte Franke.

Grüppenbühren/Bookholzberg nutzte die Überzahl zu weiteren Treffern und brachte den Sieg über die Zeit. „Die Deckung und die beiden Torhüter haben großartige Arbeit geleistet“, sagte Engelmann. „Auch als Hoykenkamp zur Aufholjagd geblasen hat, sind wir nicht nervös geworden, sondern haben es konzentriert weitergespielt. Ich denke, deshalb war unser Sieg auch verdient.“Kommentar schreiben!Ein Artikel von Heinz Quahs

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