1. Damen – Möller krönt die große Aufholjagd – Lokalsport Delmenhorster Kurier – WESER-KURIER

Landesliga der Frauen: Grüppenbühren schlägt Delmenhorst im Derby nach 10:17-Pausenrückstand mit 28:25

Möller krönt die große Aufholjagd

Rolf Behrens 08.12.2015

Als das Spiel zu Ende war, konnten viele der Zuschauer in der Halle am Ammerweg nicht richtig glauben, was dort auf der Anzeigetafel stand. Im Landesliga-Derby gegen die HSG Delmenhorst hatten die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg einen 28:25-Heimsieg eingefahren – und dass, obwohl sie zur Pause bereits aussichtslos mit 10:17 hinten gelegen hatten. „Nach den ersten 30 Minuten waren wir eigentlich schon klinisch tot, haben dann aber eine tolle zweite Hälfte hingelegt“, freute sich Grüppenbührens Trainer Timo Hermann. Sein Gegenüber, Delmenhorsts Coach Stefan Neitzel, haderte: „Schade, dass wir nach dem Wechsel als Kollektiv zu viele Fehler gemacht und unsere Chancen nicht mehr verwertet haben.“ (siehe auch Interview auf Seite 8).

Wiebke Möller (rechts) trug im Landesliga-Derby gegen die HSG Delmenhorst zehn Tore zum 28:25-Erfolg der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg bei, die sich in der Tabelle nun etwas vom Rivalen abgesetzt hat. (INGO MOELLERS)

Der Tabellenvorletzte aus Delmenhorst lieferte im ersten Durchgang seine bisher beste Saisonleistung ab. Die Abwehr der Gäste agierte hoch motiviert, flexibel und hatte in Sandra Peters eine Torfrau im Rücken, die fast alles hielt – darunter auch vier Siebenmeter. Auch in der Offensive agierte die Neitzel-Sieben konsequent, leistete sich kaum Fehlversuche und erzielte Tore von allen Positionen. Grüppenbühren, das vor der Partie wie Delmenhorst ebenfalls erst einmal gewonnen hatte, fand hingegen nicht in seinen Rhythmus. In der Abwehr taten sich Lücken auf, und Torfrau Ann-Cathrin Müller lief ihrer Form zunächst noch hinterher. Im Angriff ließen die Gastgeberinnen zudem zu viele Möglichkeiten aus. Bereits nach sechs Minuten traf Carmen Logemann für Delmenhorst zum 4:1, nach 19 Minuten erhöhte Kerstin Janßen vom Punkt aus auf 11:7. In der Schlussphase der ersten Hälfte steuerte dann Liana Woelki vier sehenswerte Tore zur verdienten 17:10-Pausenführung ihres Teams bei.

Grüppenbührens Trainer Hermann war in der Pause klar, dass nur dann noch etwas für seine Sieben gehen würde, „wenn wir schnell drei bis vier Tore aufholen“. Seine Spielerinnen nahmen sich diesen Appell zu Herzen. Die 6:0-Abwehr des Heim-Teams wurde nach dem Wechsel mehr und mehr zur Festung, und auch Müller steigerte sich von Minute zu Minute. Jana Meenen auf Linksaußen, Jana Folkerts aus dem Rückraum sowie Torjägerin Wiebke Möller brachten Grüppenbühren innerhalb von fünf Minuten auf 14:18 heran. Delmenhorst hatte zwar noch Chancen, konnte diese aber zu oft nicht verwerten. Zudem wackelte die Deckungsmitte der Gäste, weil das Team einige Zeitstrafen kassierte. Für Alexandra Hildener war das Derby nach der dritten persönlichen Hinausstellung später sogar vorzeitig beendet (51.). Die Hermann-Sieben hatte bereits vorher mehr und mehr Hoffnung geschöpft, und als Farin Sanders in der 46. Minute den 20:20-Ausgleich erzielte, stand die Halle Kopf. Kurz danach traf Kerstin Janßen für die Gäste zum 22:22 (49.), dann kam die Zeit von Wiebke Möller, die sechs Tore in den verbleibenden zehn Minuten markierte. 60 Sekunden vor dem Ende lag Grüppenbühren mit 28:24 in Front, den letzten Treffer erzielte Woelki – 25:28.

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