1. Herren – Konkurrenz macht Torhüter stark: Döhle und Klostermann sind der Rückhalt der HSG

KONKURRENZ MACHT TORHÜTER STARK

Döhle und Klostermann sind der Rückhalt der HSG

Verstehen sich auf und neben dem Platz: Jan-Bernd Döhle (links) und Arne Klostermann von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Foto: Tobis

Grüppenbühren/Bookholzberg. Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hat in Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann zwei Torhüter, die nicht nur wegen ihrer Paraden mit zu den besten der Handball-Landesliga gehören.

Bei Torhütern gibt es oft eine Nummer eins und jemanden dahinter. Nicht so bei den Handballern der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Beim Landesligisten ist das Torwartduo Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann gleichgestellt. Beide sind ein guter Rückhalt für die Mannschaft, bringen mit ihren Paraden die Werfer der Konkurrenten regelmäßig zur Verzweiflung.

Trainer lobt Einstellung

Unter Trainer Sven Engelmann und Torwarttrainer Manfred Meyer geben die beiden alles. „Das belebt den Konkurrenzkampf“, erklärt Engelmann. Wenn Meyer dem Trainer sagt, wer aufgestellt werden sollte, dann verlässt er sich auf dessen Meinung. Die Spieler nehmen die Entscheidung hin. „Es herrscht kein Neid. Sie freuen sich füreinander“, sagt der Trainer. Das bestätigen die Torhüter. „Wir pushen uns hoch. Der, der spielt, wird vom anderen angefeuert“, sagt Klostermann. Natürlich könne es vorkommen, dass man ein Spiel lang auf der Bank bleibt: „Wenn man 60 Minuten sitzt, sitzt man eben.“

Beide Handballer sind auf jedes Spiel heiß.

Sie freuen sich, wenn sie zwischen den Pfosten stehen. „Wir wissen oft erst zwei Minuten vor der Partie, wer aufgestellt ist“, gibt Klostermann zu. Das hat auch Vorteile weiß Döhle: „Es ist für den Gegner schwer, sich darauf einzustellen.“

Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen den beiden: die Größe. Während Döhle mit seinen 1,90 Metern die normale Größe eines Handballtorwarts besitzt, so ist sein Teamkollege mit 1,74 Metern doch recht klein. Dennoch sieht Klostermann das nicht als Schwäche an: „Ich habe mal gesagt: Was ich oben mehr kassiere, muss ich unten wieder rausholen. So einfach ist das.“ Auch ihr Torwartspiel ist verschieden. „Ich bin extrovertierter und spektakulärer und kann so Bälle halten. Jan ist ruhiger. Er steht da mit seiner Größe und hält“, sagt der 27-Jährige. Der sechs Jahre jüngere Döhle weiß auch um seine Stärke: „Ich habe mit der Größe wohl einen Vorteil, weil vieles abgedeckt ist und ich eine große Reichweite habe.“

Gegenseitige Hilfe von der Bank

Die beiden HSG-Torhüter haben aber auch einige Gemeinsamkeiten. Eine ist ihre Willensstärke. „Wir wollen immer zu 1000 Prozent gewinnen – egal gegen wen, egal wo“, sagt Klostermann. Und dabei helfen sie sich. Von der Bank aus habe man laut Klostermann eine andere Sicht auf das Spiel und kann Dinge besser erkennen. Wenn ein Gegenspieler immer unten links werfe und es dem anderen auffalle, dann teile man das mit. „Der auf der Bank geht immer mit. Man gibt Tipps. Man ist nicht sauer, wenn man nicht spielt, sondern versucht, den anderen zu unterstützen“, sagt Döhle. Klostermann fügt hinzu: „Es ist ein gesunder Konkurrenzkampf und kein Ärgernis, dass es keine Nummer eins gibt.“

Die beiden verstehen sich gut, auch außerhalb des Platzes. „Wir machen privat viel mit der Mannschaft. Dabei und eben im Training sehen wir uns oft“, sagt Klostermann, auch wenn er das Team nicht als Freundeskreis oder Clique bezeichnen würde. Aber es herrsche eine gute Stimmung.

Ärger über Nachwürfe

Die HSG-Spieler können sich auf ihre Torhüter verlassen und andersherum. Denn gute Absprachen mit der Verteidigung sind wichtig, um möglichst wenig Tore zu kassieren. Döhle, der seit der A-Jugend für die HSG spielt, gibt zu: „Als Torwart kann man schon mal fuchsig werden, wenn man eine gute Parade macht und dann ein Nachwurf ins Tor geht.“ Oder wenn man Treffer kassiere, die durch schlechtes Stellungsspiel der Vorderleute ermöglicht wurden. Genauso steigt der Puls der Torhüter schon einmal, wenn im Angriff reihenweise klare Chancen vergeben werden. Trotzdem, Klostermann und Döhle versuchen immer, ihrem Team zu helfen. Sie wissen, dass sie nicht jeden Wurf abwehren können. Ihre Paraden, der Einsatz für und mit der Mannschaft und auch das gute Verhältnis zueinander, machen Döhle und Klostermann laut Engelmann „mit zu den besten Torhütern der Liga“.

Ein Artikel von Elisabeth Wontorra

Ich bin Praktikantin beim Delmenhorster Kreisblatt und studiere im 7.Semester Ressortjournalismus mit Schwerpunkt Sport an der HS Ansbach in Bayern.

Quelle: Konkurrenz macht Torhüter stark: Döhle und Klostermann sind der Rückhalt der HSG