Handball: Sven Engelmann und Jörn Franke über das Landesliga-Derby zwischen Grüppenbühren und Hoykenkamp

„Das ist schon ein Kracher“

18.09.2015 

Handball © Ingo Moellers

Heute Abend geht es wieder los: Wie schon in der vergangenen Saison treffen Grüppenbührens Trainer Sven Engelmann (rechtes Bild) und Hoykenkamps Trainer Jörn Franke gleich am ersten Spieltag der Handball-Landesliga mit ihren Teams aufeinander.(Ingo Moellers)

Herr Engelmann, Herr Franke, wie schon im vergangenen Jahr steht gleich zum Auftakt der neuen Landesliga-Saison das brisante Ganderkeseer Gemeinde-Derby zwischen Ihren Mannschaften an. Steigert das Ihre Vorfreude auf die neue Spielzeit noch zusätzlich?

Sven Engelmann: Nein, die Vorfreude wäre bei meinen Jungs und mir genauso groß, wenn es gegen einen anderen Gegner gehen würde. Ich hätte es außerdem schöner gefunden, wenn das Derby mitten in der Saison gelegen hätte. Dann wäre es von der Tabellensituation her noch einmal interessanter gewesen. Wer kann an wem vorbeiziehen? Wer steht unter größerem Druck? Diese Rechnereien fehlen jetzt.

Handball © INGO MOELLERS

Heute Abend geht es wieder los: Wie schon in der vergangenen Saison treffen Grüppenbührens Trainer Sven Engelmann (rechtes Bild) und Hoykenkamps Trainer Jörn Franke gleich am ersten Spieltag der Handball-Landesliga mit ihren Teams aufeinander.(INGO MOELLERS)

Jörn Franke: Ich hätte das Derby auch gerne später gehabt, das hätte den Reiz noch mal erhöht. Jetzt haben wir die gleichen Vorzeichen wie in der Vorsaison. Damals haben wir auswärts gegen Grüppenbühren deutlich verloren. Da waren wir noch nicht so weit. Dieses Mal wollen wir es natürlich besser machen.

Was genau macht denn für Sie persönlich den Reiz des Derbys aus?

Sven Engelmann: Es ist ein kleiner Machtkampf, bei dem es um die Frage geht, wer die Nummer eins in der Gemeinde ist. Da brauche ich meine Jungs nicht mehr großartig motivieren.

Jörn Franke:

Die Rivalität zwischen beiden Mannschaften lässt den Adrenalinspiegel schon steigen. Das ist etwas anderes, als wenn wir gegen Schüttorf spielen. Die Halle dürfte proppenvoll sein, im Publikum geht dann wieder die Post ab. Das ist schon ein Kracher gleich zum Auftakt.

Wie schätzen Sie denn jeweils die Stärken des Gegners ein?

Jörn Franke: In Bookholzberg gibt es für Gästemannschaften traditionell wenig zu holen. Die Mannschaft verliert zu Hause so gut wie gar nicht, weil sie sehr geschlossen auftritt. Vor allem die Linkshänder Julian Stolz und Kevin Pintscher sind schwer in den Griff zu kriegen. Grüppenbührens Deckung ist mir manchmal aber etwas zu unfair. Da lassen die Schiedsrichter in meinen Augen oftmals etwas zu viel laufen.

Sven Engelmann: Hoykenkamp ist eine sehr spielstarke Mannschaft, die durch die Verpflichtungen von Sebastian Raabe und Lennard Timmermann an Qualität dazugewonnen hat. Das sind brandgefährlich Leute. Ähnlich wie wir, tritt Hoykenkamp zudem als Mannschaft auf, die sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen lässt, wenn sie mal mit drei, vier Toren hinten liegt. Sie spielen sehr clever.

Herr Engelmann, mal angenommen, Sie wären Trainer in Hoykenkamp. Wie würden Sie die Mannschaft auf Grüppenbühren einstellen?

Sven Engelmann: (lacht) Ähnlich, wie ich es jetzt auch tue. Viel sagen muss ein Trainer vor diesem Derby nicht mehr. Die Mannschaften kennen sich so gut, da kann man inhaltlich nicht mehr viel machen.

Und Sie Herr Franke? Wie würden Sie als Grüppenbührener Trainer gegen Hoykenkamp spielen lassen?

Jörn Franke: Also ich würde meine Taktik natürlich immer so wählen, dass Hoykenkamp am Ende gewinnt (lacht). Nein, Spaß beiseite. Ich weiß natürlich schon, wie man uns schlagen kann. Dass weiß Sven sicher auch über seine Mannschaft. So etwas kann keiner besser beurteilen als der eigene Trainer. Klar ist aber auch, dass ich dieses Wissen lieber für mich behalte.

In der vergangenen Saison zählten sowohl Hoykenkamp als auch Grüppenbühren zu den Spitzenteams der Landesliga. Am Ende standen die Tabellenplätze zwei und drei für Ihre beiden Mannschaften zu Buche. Was meinen Sie, ist eine ähnlich erfolgreiche Spielzeit zu erwarten?

Jörn Franke: Nein, es wird in diesem Jahr anders laufen. Der Wilhelmshavener HV II hat eine bärenstarke Mannschaft. Die haben sich richtig gut verstärkt und verfügen in meinen Augen schon jetzt über Verbandsliganiveau. Dahinter sehe ich Teams wie Schüttorf und Dinklage, die auch ihre Hausaufgaben gemacht haben. Danach können sich dann vielleicht Hoykenkamp und Grüppenbühren einreihen.

Sven Engelmann: Also ich würde mich sehr freuen, wenn es wieder so laufen würde wie in der Vorsaison. Da haben beide Mannschaften unter dem Strich überzeugt. Hoykenkamp als Vizemeister, wir als Dritter. Das hatte schon was. Dieses Mal wäre es mir aber lieber, wenn wir die Plätze tauschen könnten (lacht). Und vielleicht reicht es am Ende ja sogar für noch einen Platz weiter oben.

Quelle: Weser-Kurier