HANDBALL-LANDESLIGA

Engelmann warnt: „Mit Larifari geht es nicht“

Hat Respekt vor der Landesliga: Sven Engelmann von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg. Handball-Trainer Sven Engelmann von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg spricht im Interview über die schwachen Vorbereitungsergebnisse und die harte Saison.

Am Sonntag startet die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit der Vorrunde im HVN/BHV-Pokal vor eigenem Publikum in die Handball-Saison. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung spricht Trainer Sven Engelmann über geschundene Körper, harte Konkurrenz und die Angst vor den großen Dollarzeichen.

Herr Engelmann, die Ergebnisse bei den Testturnieren waren mäßig. Letzter in Delmenhorst, Vorletzter in Rastede – ist das Team bereit?

Sven Engelmann: Einerseits nein. Die Ergebnisse waren so lala, kann man sagen. Wir haben gesehen, dass es geht, wenn wir uns zusammenreißen. Und dass es nicht geht, wenn wir Larifari spielen.Und andererseits?Andererseits sehe ich, dass die Spieler komplett platt sind – also habe ich mein Ziel ja erreicht. Beim letzten Training hatte ich 14 Mann und habe fast nur spielen lassen. Da waren Fehler dabei, dass ich am liebsten nach Hause oder ein Bierchen trinken gegangen wäre. So fertig waren die Jungs.

Sind sie denn auch heiß?

An heiß oder nicht heiß denken sie wahrscheinlich jetzt noch nicht. Sie müssen erst einmal ihre geschundenen Körper regenerieren – und dann werden sie natürlich brennen.Sie sprechen vom körperlichen Teil der Vorbereitung. Gab es auch mentale Arbeit? Die Mannschaft hat ja den Aufstieg erst am letzten Spieltag verpasst.Nein. Psychoarbeit war nicht nötig. Alle wussten, woran es gelegen hat: Wir waren auswärts zu schwach. Das betrifft andere Mannschaften aber auch. Gefühlt schmeißen meine Jungs zuhause noch mal zehn Prozent mehr auf die Schippe. Ich habe deshalb zum Beispiel extra viel bei Turnieren in fremden Hallen spielen lassen, damit die Spieler ihre Scheu verlieren.

Die Heimstärke wird wohl wieder ein Schlüssel sein, um oben mitzuspielen. Aber die Landesliga ist nicht schlechter geworden, oder?

Nein, das wird ein ganz heißes Ding. Schüttorf und Hoykenkamp sind die altbekannten Favoriten. Osnabrück und Jever/Schortens kommen aus der Verbandsliga runter, auch Dinklage ist stark. Wenn alle gesund sind, können wir da mitspielen.Der Kader hat sich kaum verändert. Altmeister Marcel Behrens spielt jetzt in der Zweiten, mit Jonas Kettmann kommt ein Junger dazu.

Aber in der Oberliga-B-Jugend scheint viel Potenzial zu schlummern.

Ich habe die Jungs natürlich schon gesehen. Auf sie können wir uns freuen, wenn wir sie denn halten. Das wird eine der wichtigsten Aufgaben sein. In der Region gibt es hoch spielende Vereine, die wenig Jugendarbeit betreiben. Die werden sicher ein Auge auf diese Spieler werfen.Sie meinen zum Beispiel die Oberligisten TSG Hatten-Sandkrug und TV Neerstedt.Richtig. Wir müssen verhindern, dass den jungen Spielern jemand Flausen in den Kopf setzt und sie plötzlich die großen Dollarzeichen sehen.Kommentar schreiben!Ein Artikel von Daniel Niebuhr

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