Letzter Spieltag der Handball-Landesliga: Hoykenkamp und Grüppenbühren wollen in die Verbandsliga

Dramatischer Schlussspurt im Aufstiegsrennen

Christoph Bähr 16.05.2015

Vor Sven Engelmann liegt ein Tag der großen Anspannung, der großen Chancen und der großen Unterschiede. Mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg kann der Trainer am heutigen letzten Spieltag den zweiten Platz in der Handball-Landesliga erreichen, der zur Relegation um den Verbandsliga-Aufstieg berechtigt. Mit seinem zweiten Klub, dem FTSV Jahn Brinkum, geht es dagegen um den Verbleib in der Verbandsliga. Engelmann verbringt den Abend daher in Brinkum, wo ein Sieg gegen die HSG Nordhorn II für klare Verhältnisse im Abstiegskampf sorgen würde.

Wollen den Aufstieg schaffen:

Hoykenkamps Jörn Franke (links) und Grüppenbührens Sven Engelmann (rechts). (INGO MOELLERS)

Natürlich interessiert sich der Coach aber auch brennend dafür, was heute ab 19 Uhr in Bookholzberg beim Heimspiel gegen die Eickener SpVg passiert. Deshalb schickt er seine Frau Carmen in die Halle am Ammerweg, um ihn via Handy auf dem Laufenden zu halten. „Ein perfekter Abend wäre es, wenn Brinkum die Klasse hält und Grüppenbühren Erster wird“, sagt Engelmann.

Der Trainer muss dabei lachen, denn er weiß, dass das nicht mehr möglich ist. Der Tabellendritte Grüppenbühren (33:17 Punkte) kann maximal noch Rang zwei erreichen, weil der Zweite TV 01 Bohmte (34:16) und der Spitzenreiter TS Hoykenkamp (35:15) heute im direkten Duell aufeinandertreffen (19 Uhr, Halle Jahnstraße). Die Hoykenkamper haben nach fünf Erfolgen in Serie die beste Ausgangsposition. Ein Remis würde ihnen genügen, „aber auf ein Unentschieden kann man nicht spielen“, betont Trainer Jörn Franke. Er weiß, dass es auch für seine Mannschaft ein Spieltag der Extreme wird. „Wir können alles gewinnen, aber auch alles verlieren“, sagt der Coach. Bei einer Punkteteilung oder einem Sieg würde Hoykenkamp als Erster direkt in die Verbandsliga aufsteigen. Bei einer Niederlage könnte die Turnerschaft als Dritter allerdings auch mit leeren Händen dastehen. Dieser Fall tritt jedoch nur ein, wenn die Grüppenbührener gegen Eicken so hoch gewinnen, dass sie das im Vergleich zu Hoykenkamp um 14 Treffer schlechtere Torverhältnis kompensieren.

Um informiert zu sein, hat Franke einen Spion in Bookholzberg sitzen. „Von dem dortigen Ergebnis könnte ja abhängen, ob wir in der Schlussphase volles Risiko gehen müssen“, erklärt er. Am liebsten wäre dem Hoykenkamper Coach aber, „wenn wir und Grüppenbühren aufsteigen, damit es auch in der Verbandsliga Derbys gibt.“

In Bohmte will sich Franke zudem ein Beispiel am Erzrivalen nehmen, denn Grüppenbühren ist die einzige Mannschaft, die in der laufenden Saison dort gewann. „Die Bohmter sind sehr heimstark, auch weil bei ihnen ohne Backe gespielt wird. Das tut uns weh, aber wir haben uns im Training darauf vorbereitet. Ich hoffe, dass wir einen Sahne-Tag erwischen“, sagt Franke, dem alle Spieler zur Verfügung stehen.Grüppenbührens Trainer Engelmann fehlen hingegen Alexander Depperschmidt und Julian Stolz aus privaten Gründen. Sein Team hat gegen den Tabellenachten Eicken eine vermeintlich leichte Aufgabe, doch Engelmann warnt: „Die geben garantiert noch einmal alles, auch wenn es für sie um nichts mehr geht.“

Quelle: Dramatischer Schlussspurt im Aufstiegsrennen – Lokalsport Delmenhorster Kurier – WESER-KURIER