Aufstiegsträume und Abstiegsangst

Sven Engelmann erlebt eine Saison mit Höhen und Tiefen

In seinem Element: Sven Engelmann – hier auf der Bank der HSG Grüppenbühren.Foto: Rolf Tobis

In seinem Element: Sven Engelmann – hier auf der Bank der HSG Grüppenbühren.Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg/Brinkum. Mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ist Sven Engelmann auf Kurs Richtung Verbandsliga. Dort läuft der 48-Jährige mit Jahn Brinkum Gefahr, den Klassenerhalt zu verpassen.

Sven Engelmann ist nicht zu beneiden. Wenn der Handball-Trainer aus Lemwerder seinen Computer hochfährt und auf die Homepage des niedersächsischen Handball-Verbandes surft, muss er sich immer wieder entscheiden, welche Tabellenstände und Spielergebnisse er sich zuerst zu Gemüte führt. Erst die Verbandsliga Nordsee? Dann die Landesliga Weser-Ems? Oder doch lieber umgekehrt.

Wie Engelmann es auch dreht und wendet, das Ergebnis ist meistens das gleiche. Die Zahlen, Tore und Punkte gefallen dem Coach in der Landesliga-Übersicht wesentlich besser. Während Engelmann in dieser Liga mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf Rang eins liegt und von der Rückkehr in die Verbandsliga träumt, kämpft der 48-Jährige dort mit seiner zweiten Mannschaft FTSV Jahn Brinkum als Vorletzter um den Klassenerhalt. Wie es Sven Engelmann angesichts dieser Konstellationen geht? „Einmal saumäßig schlecht, einmal absolut glücklich“, sagt Engelmann und lacht.

Gute Zeiten mit Grüppenbühren/Bookholzberg

Der Handball-Veteran aus Lemwerder ist jedoch schon viel zu lange im Geschäft, als wenn ihn dieses Wechselbad der Gefühle großartig schocken würde. „Höhen und Tiefen gehören zum Sport nun einmal dazu“, sagt Engelmann trocken. Die guten Zeiten erlebt Engelmann gerade bei Grüppenbühren/Bookholzberg. Nach dem unbefriedigenden sechsten Platz in der Vorsaison hat die HSG drei Spieltage vor Schluss als Spitzenreiter alle Trümpfe selbst in der Hand.

Das Erfolgsrezept des Spitzenreiter sieht Engelmann in dem ausgeglichen besetzten Kader. Mal ragt Oldie Werner Dörgeloh heraus, mal Youngster Marcel Donner. Mal treffen die Routiniers Stefan Buß und Marcel Biedermann nach Belieben, dann entscheiden die beiden Torhüter Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann das Spiel. Engelmann könnte die Auflistung beliebig fortführen.

Das Restprogramm mit Spielen gegen Barnstorf/Diepholz II (6.), in Bramsche (9.) und gegen Eicken (7.) scheint für die HSG unangenehm, aber machbar. Engelmann sagt das, was Trainer gerne sagen: „Die Spiele werden kein Selbstläufer.“ Einerseits. Andererseits sagt Engelmann über den letzten Auftritt vergangenes Wochenende gegen Hatten-Sandkrug II (33:19) auch: „Es war richtig toll, was die Jungs in der zweiten Halbzeit gespielt haben.“

Schlechte Zeiten mit Jahn Brinkum

Mehr hatte Engelmann vom Spiel nicht gesehen, da er zuvor mit Jahn Brinkum mit 32:36 beim SV Beckdorf II unterlag. Bei den Bremern erlebt Engelmann gerade das andere Extrem, nämlich den harten Abstiegskampf. Diese schlechten Zeiten sind für Engelmann aber „absolut erklärbar. Uns haben immer wieder wichtige Leute gefehlt.“ Gleichzeitig macht Engelmann das Restprogramm Mut: Der FTSV absolviert die letzten drei Spiele zu Hause. „Warum sollten wir dort nicht 6:0 Punkte holen?“, fragt Engelmann.

Diese möglichen drei Siege dürften zum Klassenerhalt reichen – und eröffnen eine für Engelmann ganz spezielle Perspektive: Wenn Brinkum nicht absteigt und Grüppenbühren hochgeht, coacht Engelmann 2015/2016 gleich zwei Verbandsligisten. Für Engelmann aus zeitlicher und organisatorischer Sicht kein Problem – auch nicht im möglichen direkten Duell. „Dann werde ich Brinkum betreuen“, stellt Engelmann klar und erklärt schmunzelnd: „Wenn die Spiele auf Messer‘s Schneide stehen, stelle ich mich einfach an die Mittellinie.“

Ein Artikel von Frederik Böckmann

via Aufstiegsträume und Abstiegsangst: Sven Engelmann erlebt eine Saison mit Höhen und Tiefen.