1. Damen – Hude/Falkenburg stürmt zum 40:20Mit Vollgas-Handball zum Derbysieg

Hude/Falkenburg stürmt zum 40:20Mit Vollgas-Handball zum Derbysieg

Bookholzberg. Das Spiel war schon lange entschieden, doch Thorsten Stürenburg gab an der Seitenlinie weiter alles. Der Trainer der der Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg forderte „mehr Biss“, „mehr Tempo“, eine bessere Konzentration – und zwei Minuten vor dem Ende huschte ein breites Grinsen über Stürenburgs Gesicht. Der Grund: Franziska Bohlken hatte für den Spitzenreiter bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg am Freitagabend gerade Treffer Nummer 40 erzielt. Es war der Schlusspunkt im einseitigen Derby, das die Gäste mit 40:20 (23:7) gewannen.

„Am Ende des Spiels hatten wir alle diese magische 40-Tore-Grenze im Kopf. Schön, dass es geklappt hat“, meinte Stürenburg trocken. Viele Gründe großartig in Euphorie zu fallen, gab es für Stürenburg nicht. Der Sieg des Tabellenführers beim Vorletzten war fest eingeplant, einen Ausrutscher eine Woche vor dem Gipfeltreffen beim Tabellenzweiten VfL Stade hatte ohnehin niemand erwartet. „Die erste Halbzeit hat mir gut gefallen, da waren wir in der Abwehr sehr schnell auf den Beinen. Auch unsere 3-2-1-Deckung hat gut funktioniert“, analysierte Stürenburg. Der Coach merkte in Richtung seiner Mannschaft jedoch auch kritisch an: „Nach der Pause hat die Konzentration für 15 Minuten nachgelassen. Wenn man zur Pause nur sieben Gegentore bekommen hat, darf man gegen Grüppenbühren am Ende nicht insgesamt 20 Tore kassieren.“

Nach acht Minuten führt Hude/Falkenburg schon mit 5:0

Vor 280 Zuschauern war die Spannung am Ammerweg schon schnell raus. Die Gastgeberinnen agierten nervös, unkonzentriert und luden Hude/Falkenburg regelrecht zu einfachen Gegentoren per Tempogegenstößen ein. Die Folge: Nach acht Minuten führten die Gäste bereits 5:0, ehe Wiebke Möller in der 9. Minute das erste Tor für Grüppenbühren/Bookholzberg gelang. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel Lehrgeld bezahlt“, meinte Co-Trainer Timo Hermann. Zudem vergab seine Mannschaft mehrere Großchancen leichtfertig.

Die Folge: Mit Vollgas-Handball warf Hude/Falkenburg über 10:3 (15.) und 15:4 (23.) eine 23:7-Halbzeitführung heraus und erteilte den Gastgeberinnen eine kleine Handball-Lektion. Vor allem Rechtsaußen Nadja Albes war in der ersten Halbzeit kaum zu stoppen und warf dort sechs ihrer insgesamt zehn Tore. Wurde Hude/Falkenburg ins Positionsspiel gezwungen, konnte sich der Spitzenreiter auf die Qualitäten seiner Shooterin Mareike Zetzmann verlassen; die Halbrechte warf in der ersten Hälfte fünf Treffer und war neben Albes ein Aktivposten bei den Gästen.

Grüppenbühren/Bookholzberg ärgert den Spitzenreiter zumindest für ein paar Minuten

Nach dem Seitenwechsel baute Hude/Falkenburg seine Führung über 26:8 (34.) auf 31:12 (40.) aus. Während Thorsten Stürenburg danach einige Sachen experimentierte, entdeckte Grüppenbühren/Bookholzberg seinen Kampfgeist. Vor allem Mareike Hermann tankte sich am Kreis ein ums andere Mal erfolgreich durch. Am großen Rückstand änderte dies für Grüppenbühren/Bookholzberg freilich nichts. Doch Timo Hermann freute sich vielmehr über diesen Umstand: „Wenn wir unsere Vorgaben erfüllen, können wir Hude/Falkenburg zumindest für ein paar Minuten ärgern“, sagte der Co-Trainer. Mit Blick auf das Spitzenspiel der Gäste in der nächsten Woche meinte Hermann: „Ich hoffe, dass Hude/Falkenburg gegen Stade gewinnt. Wer so tollen Handball spielt, hat es einfach verdient aufzusteigen.“

Grüppenbühren – Hude/F.20:40

Grüppenbühren: A.-C. Müller, Fischer; Hermann 6, Möller 4/1, Herbec 2, Sanders 2, Borchers 2, Krause 2, Hammler 1, Hoppe 1, Schulze, Blankemeyer, Gode.

Hude: Tapkenhinrichs, Woltjen; Albes 10, Zetzmann 9/1, Bohlken 5/1, Petersen 5/2, J. Müller 4, Stuffel 3, Galle 2/1, Schulze 1, Cordes 1, P. Möller, von Freeden.

Spielfilm: 0:5 (8.), 3:10 (15.), 4:15 (23.), 6:19 (25), 7:23 (30.), 8:26 (34.), 11:29 (38.), 17:34 (53.).

Siebenmeter: 1/1 – 6/5.

Zeitstrafen: 1 – 2.

Zuschauer: 280.

Ein Bild von Frederik Böckmann

Ein Artikel von Frederik Böckmann