1. Herren – Donner startet durch

Handball © INGO MOELLERS
Marcel Donner (am Ball) fühlt sich bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg wohl. In seinem ersten Jahr im Herrenbereich avancierte er bereits zu einer festen Größe.

Das Ganderkeseer Handballtalent überzeugt bereits in seiner ersten Herrensaison bei der HSG Grüppenbühren
Donner startet durch
KIM PATRICK PUHLMANN 12.12.2014 0 Kommentare

Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schwimmt aktuell auf einer Erfolgswelle. Die Landesliga-Handballer stehen auf dem dritten Platz, und zum Spitzenreiter Bohmte sind es nur fünf Zähler – bei einem Spiel weniger auf dem Konto. Maßgeblich beteiligt am Erfolg ist Marcel Donner. Der 19-Jährige absolviert seine erste Saison bei den Herren und überzeugt seinen Trainer Sven Engelmann Woche für Woche mit guten Leistungen. Dabei war im Sommer noch gar nicht sicher, ob Donner überhaupt weiter Handball spielen würde.

Handball oder Fußball? Diese Frage musste sich Marcel Donner im vergangenen Sommer stellen. Dabei stand seine Entscheidung eigentlich schon fest. „Ich wollte mit meinen Freunden beim TSV Ganderkesee kicken. Das war schon sicher“, berichtet der 19-Jährige. Doch es gab jemanden, der etwas dagegen hatte: Sven Engelmann. Der Trainer des Handball-Landesligisten HSG Grüppenbühren/Bookholzberg wollte das Nachwuchstalent unbedingt für die neue Saison verpflichten, schließlich bemühte er sich schon lange um Donner. Am Ende hatte der Coach einen wichtigen Vorteil: „Marcel hat mit meinem Sohn Kay in der Jugend der HSG Delmenhorst lange zusammengespielt. Ich kannte ihn also gut.“ Nach intensiven Gesprächen sagte der Ganderkeseer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zu. „Am Ende hat mein Bauchgefühl für die Entscheidung gesorgt“, sagt Marcel Donner. Einige seiner A-Jugend-Teamkollegen aus Delmenhorst wechselten zum Landesligisten TS Hoykenkamp. „Für mich war das kein Thema. Genauso wenig, wie in den Herrenbereich der HSG Delmenhorst zu gehen“, erinnert sich der 19-Jährige. Mit seinen Freunden liefen schließlich die Pläne für die Neugründung der Fußballmannschaft TSV Ganderkesee V. Offiziell zählt Donner tatsächlich zum Kader des Kreisklasse-Teams. „Aber Handball geht vor. Ich bin nur sporadisch eingetragen. Meine volle Konzentration gilt Grüppenbühren“, betont der Sportler, der im Bereich Groß- und Außenhandel eine Ausbildung macht. Marcel Donner gehört mittlerweile zum Stammpersonal der Engelmann-Sieben. „Das ist harte Arbeit. Körperlich ist die Landesliga ein himmelweiter Unterschied zur A-Jugend-Zeit“, sagt er. „Und die Vorbereitung war die schlimmste, die ich je erlebt habe.“ Trotz des anspruchsvollen Trainings ließ sich der Ganderkeseer nichts anmerken. „Marcel hat die Vorbereitung richtig gut gemeistert. Jetzt muss er nur noch konstanter werden“, sagt Engelmann. Der Coach hält viel von seinem Zugang. Er plant schon drei bis vier Jahre im Voraus mit ihm. „Diese Zeit braucht er. Dann ist er ein kompletter Spieler.“

Marcel Donner fühlt sich wohl in der Mannschaft. Dabei ist er mit seinen 19 Jahren der jüngste Akteur im Kader. „Das ist überhaupt kein Nachteil. Gerade von den Routiniers Stefan Buß und Werner Dörgeloh kann ich einiges lernen“, sagt das Nachwuchstalent. „So einen Teamgeist habe ich noch nie erlebt. Die Stimmung ist hervorragend.“ Zu dieser guten Atmosphäre trägt Donner selbst einiges bei. Der Grund? Sein Nachname sorgt in den Trainingseinheiten ein ums andere Mal für amüsante Sprüche. „Egal, wer in den Übungen ins Tor trifft, mein Name steht so gut wie immer im Mittelpunkt“, sagt er und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Sätze wie „den hast du schön reingedonnert“ oder „Donnerwetter, das war ein Wurf“ füllen die Halle am Ammerweg, wenn die HSG Grüppenbühren trainiert.

Die Mannschaft unternimmt auch neben den Einheiten viel. „Das schätze ich sehr. Wir sind gute Freunde geworden“, betont Donner. Ein besonders gutes Verhältnis hat der Ganderkeseer zum Torwart Jan-Bernd Döhle. „Wir haben gemeinsam das Abitur gemacht und kennen uns schon richtig lange“, sagt der Linksaußen. Donner erinnert sich an ein ganz besonderes Erlebnis: „Auf einmal stand ich zusammen mit Jan-Bernd im Spielertunnel der ÖVB-Arena.“ Die beiden hatten sich im Oktober das Basketball-Match zwischen Bremerhaven und Bayern München angeschaut. „In der Halbzeit haben wir uns verlaufen. So konnten wir dann die Spieler vor der Kabine abklatschen“, berichtet Donner.

Viele dieser Geschichten sollen noch folgen. Denn der Azubi möchte noch einiges mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg erreichen. Aktuell ist die Mannschaft Dritter in der Landesliga. Auch am Ende soll es ein Platz unter den Top-Drei sein. Marcel Donner ist optimistisch, dass sein Team dieses Ziel erreichen wird: „Wenn wir so weitermachen, sehe ich kein Problem.“ Beim Thema Verbandsliga-Aufstieg gibt sich das Talent jedoch bescheiden. „Wir wollen einfach guten Handball spielen.“ Dem 19-Jährigen gelingt dies in der aktuellen Saison, regelmäßig trägt er sich in die Torschützenliste ein. Und dann heißt es wie üblich in Grüppenbühren: „Den hast du richtig gut reingedonnert.“

Quelle: Delmenhorster Kurier