Kämpften um jeden guten Wurf, mussten sich aber trotzdem geschlagen geben: Wiebke Möller (rechts) und die Oberliga-Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Gegen den TV Dinklage um Maike Kalvelage verloren sie mit 25:31 (12:15).FOTO: Rolf Tobis

HSG zahlt Lehrgeld

Die Oberliga-Handballerinnen boten dem Tabellenfünften TV Dinklage gestern Paroli. Der Aufsteiger spielte im Angriff allerdings zu hektisch, verlor so oft den Ball und fing sich viele Kontertore ein, die dem Gast den 32:25-Sieg ermöglichten.Von Lars Pingel

BOOKHOLZBERG. Das Motto, mit dem der Überraschungsaufsteiger in die Oberligasaison 2014/2015 gestartet war, lautet: „Wir wollen unsere Gegner ärgern.“ Das gelang den Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, die 2012/2013 noch zwei Klassen tiefer um Punkte gekämpft hatten, auch in ihrer vierten Partie. Sie boten gestern dem Tabellenfünften TV Dinklage in Bookholzberg beim 25:31 (12:15) Paroli. Trotzdem mussten auch sie sich nach der Partie ärgern. Hätten sie nur ein paar ihrer vielen technischen Fehler vermieden, wäre mehr möglich gewesen. „Wir haben vorne zu hektisch gespielt und Situationen falsch erkannt. Das bestraft so ein Gegner eiskalt. Wir haben ihm zu viele schnelle Tore ermöglicht“, sagte HSG-Trainer Stefan Buß, der sich aber nicht lange damit aufhalten wollte, der vergebenen Chance nachzutrauern. „Wir haben gesehen, dass wir gegen solche Mannschaften Punkte gewinnen können“, erklärte er. „Das war ein Spiel, aus dem wir lernen werden.“

Das Rezept, die Dinklagerinnen mit Frust auf die Heimfahrt zu schicken, hatte das HSG-Team parat. Mit einer defensiven 6:0-Abwehr nahm es dem TVD-Angriff, dem eine Spielerin fehlte, die aus größeren Entfernungen Treffer erzielen kann, oft die Wirkung. Das Problem war allerdings, dass es der HSG zu selten gelang, das Gästeteam in den Positionsangriff zu zwingen. Sehr oft wurde sie, nach Fehlwürfen oder -pässen, ausgekontert. Diese Gelegenheiten nutzten die schnellen Dinklagerinnen so gut wie immer.

Die HSG versuchte, die Gästeabwehr, die ebenfalls in einer 6:0-Formation agierte, mit geduldigem Aufbauspiel auseinander zu ziehen. Das gelang zunächst gar nicht schlecht. Da TVD-Torhüterin Karin Kossen aber zunächst gut hielt, lief die HSG von Anfang an einem Rückstand hinterher. Kossen wehrte in den ersten elf Minuten sieben Würfe ab, darunter ein Siebenmeter. Dinklage führte mit 5:3. Mit zunehmender Spieldauer unterliefen den HSG-Spielerinnen immer mehr technische Fehler, so dass sie ihre Angriffe ohne Wurf beendeten und der TVD um die starke Rechtsaußen Laura Lampe (12 Tore) in so guten Positionen an den Ball kam, dass ein Pass reichte, um eine Spielerin frei vor das HSG-Tor zu bekommen.

Letztlich waren es wohl vier Ballverluste in nicht einmal drei Minuten, die die HSG, die zur Pause mit 12:15 zurücklag, um alle Chancen brachten. Aus einem 14:16 (33.) wurde durch vier Konter-Gegentore ein 14:20 (35.). Davon erholte sich die HSG, für die Bianca Herbec (12/9) die erfolgreichste Werferin war, nicht mehr, obwohl sie alles versuchte. Bis auf 20:24 (48.) und auf 24:28 (56.) kämpften sie sich heran. Das imponierte ihrem Trainer. „Hut ab, dass die Mädels nie aufgesteckt haben“, lobte Buß. Und das wiederum stimmte ihn optimistisch: „Ich habe viel Positives gesehen. An den Schwächen werden wir im Training arbeiten und dann auch wieder gewinnen.“

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