Zweikampf der beiden Toptorschützinnen: Wiebke Möller (links) traf für Grüppenbühren/Bookholzberg 13 Mal, Spielmacherin Jennifer Adami für Elsfleth sogar 14 Mal.Foto: ROLF TOBIS

Grüppenbührens holpriger Start

In ihrem ersten Oberliga-Spiel verlieren die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gegen Elsfleth mit 26:34. Trainer Stefan Buß ist dennoch nicht unzufrieden.

Von DANIEL NIEBUHR

BOOKHOLZBERG. Stefan Buß wusste wohl selbst nicht so ganz, was er mit der Oberliga-Premiere seiner Handballerinnen anfangen sollte. Nach dem 26:34 (11:16) der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gegen den Elsflether TB sah sich der HSG-Trainer von seiner Bank aus lange die Anzeigetafel an, pustete durch und bekundete dann: „60 Tore – das sieht aus wie ein Oberliga-Ergebnis. Dann können wir es nicht so schlecht gemacht haben.“

Schlecht hatte es der Sensations-Aufsteiger in seiner ersten Viertliga-Partie in der Tat nicht gemacht, gut genug für den ersten Punktgewinn in neuer Umgebung war es andererseits auch nicht. Das, meinte Buß, hätte hauptsächlich an der Nervosität gelegen – eine Erklärung, die vor allem eine Zahl belegte: 27 Fehlwürfe leistete sich die HSG in den 60 Minuten. Mit Elsfleth hatte Grüppenbühren allerdings auch einen undankbaren ersten Gegner. Der starke Mitaufsteiger hatte bereits am ersten Spieltag deutlich gewonnen und hieß die Gastgeber in der Oberliga gleich herzlich willkommen: Nach drei Minuten führte Elsfleth bereits mit 4:0, die HSG wirkte geradezu hibbelig. Die Sorge, dass gar ein Debakel drohen könnte, bestätigte sich jedoch nicht. Grüppenbühren arbeitete sich in die Partie. Nach 13 Minuten stand es 5:8, nach 22 Minuten 9:12. Vor allem Wiebke Möller, die insgesamt 13 Mal traf, hielt ihr Team im Spiel. Zwischen den Pfosten machte ab Mitte der ersten Halbzeit Alicia Riedel eine gute Figur: Sie hielt bis zur Pause sieben Würfe.

Elsfleth stellte dafür die überragende Spielerin auf dem Parkett: Jennifer Adami erzielte 14 Tore und glänzte mit tollen Anspielen, obwohl sie lange Zeit in kurzer Deckung verteidigt wurde. „Sie ist eine Klassespielerin“, erkannte auch Buß an.

Adami hatte auch in den kritischen Phasen immer den richtigen Einfall, um eine mögliche Grüppenbührener Aufholjagd auszubremsen. Durch Tore von Möller und Jana Meenen waren die Buß-Schützlinge beim 14:19 (35.) in erweiterter Schlagdistanz, mit fünf Treffern in Serie machte Elsfleth danach aber praktisch schon alles klar.

Es spricht für die HSG, dass die Spielerinnen nie den Kopf hängen ließen und das Ergebnis letztlich achtbar gestalteten. „Ich habe viel Gutes gesehen, in einigen Phasen auch richtigen guten Handball. Es war bei weitem nicht alles schlecht“, sagte Buß, der sich angesichts der hohen Fehlerquote vor seine Spielerinnen stellte: „Ich muss meine Mädels auch ein wenig in Schutz nehmen. Sie waren aufgeregt. Immerhin hatten wir viele gute Möglichkeiten – auch wenn wir viele nicht genutzt haben.“

via Grüppenbührens holpriger Start.