1. Damen – Auf leisen Sohlen in die Oberliga

Auf leisen Sohlen in die Oberliga

Völlig überraschend marschieren die Damen von Grüppenbühren/Bookholzberg als erste Mannschaft des Clubs in die Oberliga durch. Dort will die HSG einfach nur Spaß haben.

Von DANIEl NIEBUHR

BOOLKHOLZBERG. Als die Landesliga-Saison vorbei war, rief Stefan Buß die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg noch einmal zusammen. Der Trainer bedankte sich für das gute Spiel beim 29:23 über den TV Neerstedt am Sonntagnachmittag – und gratulierte sozusagen nebenbei zum Aufstieg in die Oberliga. „Da habe ich in ratlose Gesichter geschaut. Einige haben geglaubt, ich will sie auf den Arm nehmen“, erzählt Buß. „Ich konnte es ja selbst nicht glauben.“

Schaffte mit der HSG den Durchmarsch: Stefan Buß.FOTO: ROLF TOBIS

Doch es war kein Witz: Durch die zeitgleiche Niederlage von Vorwärts Nordhorn beim SV Höltinghausen, dessen Trainer Olaf Walter Buß telefonisch die frohe Botschaft überbracht hatte, kletterte die HSG noch auf Rang drei und rückt – ein Jahr nach dem Aufstieg aus der Weser-Ems-Liga – direkt in die Oberliga auf. „Aus der Bremer Liga will nur einer hoch, deshalb rücken wir nach“, berichtet Buß, dessen Team nach fünf Siegen in Serie die erste Oberliga-Mannschaft der Clubgeschichte wird.

Für die unbekannte Aufgabe hat Buß schon einen Plan: genauso weitermachen. „Einige Mädels haben ganz ängstlich gefragt: Müssen wir jetzt mehr trainieren?“, erzählt der HSG-Coach: „Ich konnte sie beruhigen. Zweimal die Woche reicht, wir wollen das ja nicht zu ernst werden lassen.“ Angst sich zu übernehmen, hat der Verein offenbar nicht – obwohl fast der komplette Kader um die beste Torschützin Wiebke Möller vor nicht einmal einem Jahr noch in der Weser-Ems-Liga auflief.

Es werde wohl einige deftige Packungen geben, glaubt Buß, „aber gegen viele Gegner können wir mithalten“. Finanziell muss sich der Vorstand keine Sorgen machen: Kurioserweise werden die Fahrtkosten durch den Aufstieg sinken. Die weiteste Reise führt künftig gute 80 Kilometer nach Wilhelmshaven; in der Landesliga waren vier Fahrten länger, wie die 200-Kilometer-Trips nach Nordhorn und Itterbeck. Der HSG-Vorsitzende Holger Jüchter fasst zusammen: „Von den Strecken her ist die Oberliga ein Traum.“

Damit er das in einem Jahr auch sportlich sagen kann, schaut sich der Verein nach Verstärkung um. „Wir werden kein Geld zahlen. Aber vielleicht kommt die eine oder andere“, hofft Jüchter. Das Gros des Kaders stellt die Aufstiegsmannschaft. „Sie haben es verdient“, sagt Buß, der mit Timo Hermann weiter das Trainergespann bildet.

via Auf leisen Sohlen in die Oberliga.