1. Herren – Ganderkesee darf wieder hoffen

Ganderkesee darf wieder hoffen

Von Heino HorstmannGanderkesee.

Im Kampf gegen den Abstieg haben die Landesliga-Handballer des TSV Ganderkesee am Sonnabend ein Lebenszeichen gesendet – und was für eines! Mit 30:22 15:9 setzte sich die Mannschaft von Trainer Jörn Franke vor rund 200 Zuschauern überraschend im Derby gegen die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg durch und schöpft nun wieder neuen Mut.

Handball
© INGO MOELLERS
Vier Tore im Derby: Tobias Petrick hatte seinen Anteil daran, dass sich der TSV Ganderkesee mit 30:22 gegen die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg durchsetzte.

Die Derby-Überraschung ist gelungen: Die Landesliga-Handballer des TSV Ganderkesee haben sich am Sonnabend mit 30:22 15:9 gegen die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg durchgesetzt. Trainer Jörn Franke konnte es kaum fassen. „Es hat einfach alles gestimmt. Ich bin sehr zufrieden. Unter diesen Vorzeichen ist der Klassenerhalt sicherlich keine Utopie“, sagte er.Aus einer sicheren Abwehr heraus, hinter der Torhüter Marco Brandt überragend hielt, trugen die Ganderkeseer ihre Angriffe in der alten Halle am Steinacker äußerst konzentriert vor. Bis auf den verletzten Mario Wessels konnte Franke überraschend auf sein gesamtes Aufgebot zurückgreifen. Der Coach ging schon sehr optimistisch in die Partie: „Wir hatten den Gegner bereits beim 26:29 im Hinspiel am Rande einer Niederlage. Warum sollte uns dieses Mal kein Sieg gelingen?“Einige der rund 200 Zuschauer dürften sich gewundert haben, dass die Gastgeber von Anfang an die Initiative übernahmen. Der Schachzug, Grüppenbührens Spielmacher Marcel Behrens durch Michael Uken in Manndeckung nehmen zu lassen, ging auf. Dem Angriff der Gäste fehlte es dadurch an Durchschlagskraft. Wenn sie doch einmal zu Chancen kamen, war der starke Brandt zumeist auf dem Posten. Erst in der vierten Minute fiel der erste Treffer der Partie – durch den Grüppenbührener Alexander Depperschmidt. Im Gegenzug glich Tobias Petrick mit einer schönen Einzelaktion aus und erzielte wenig später das 2:1. Sören Laurus ließ das 3:1 folgen.Zwar blieb Grüppenbühren bis zur Mitte der ersten Hälfte dran, das lag jedoch vor allem daran, dass die Ganderkeseer mehrmals das Torgestänge trafen. Zwischen der 15. und 21. Minute fiel dann die Vorentscheidung: Während sich die Gäste in Einzelaktionen verstrickten, zogen die Hausherren ein gekonntes Laufspiel auf und waren oft nur durch Fouls zu stoppen. Die fälligen Strafwürfe verwandelte Michael Uken, der mit zehn Treffern zum überragenden Torschützen der Partie wurde, in gewohnt sicherer Manier. Mit einem 15:9-Vorsprung gingen die Ganderkeseer in die Pause.Nach dem Seitenwechsel setzte die Franke-Sieben ihre starke Vorstellung fort. Benjamin Heinze setzte sich auf der rechten Außenposition wiederholt gekonnt in Szene. Bis zur 42. Minute warfen die Ganderkeseer ein 20:10 heraus. Danach versuchten die Grüppenbührener noch einmal alles, doch die Gastgeber hatten stets die passende Antwort parat. Somit gewann der Tabellenzwölfte gegen den Fünften am Ende mit acht Toren Unterschied.Gäste-Coach Sven Engelmann war bedient. „Ich hatte uns als Favoriten gesehen, aber Derbys haben wohl doch ihre eigenen Gesetze und setzen beim Außenseiter Kräfte frei. Glückwunsch an Ganderkesee für die starke Leistung“, sagte er und verschwand in der Kabine. Die Derbysieger ließen sich derweil von ihren Anhängern mit Standing Ovations feiern.

via Ganderkesee darf wieder hoffen – Delmenhorster Kurier – WESER-KURIER.