1. Herren – Teuer verkauft

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zeigt gegen Zweitligist Eintracht Hildesheim eine gute Leistung – 21:37
Teuer verkauft
Gunnar Schäfer

Während des Testspiels gegen Zweitligist Eintracht Hildesheim haben sich die Landesliga-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg am Mittwochabend teuer verkauft. Zwar verlor das Team von Trainer Sven Engelmann am Ende deutlich mit 21:37 (11:16) – hatte den großen Favoriten vor ausverkaufter Halle aber zeitweise in Bedrängnis gebracht. „Grüppenbühren ist keine schlechte Mannschaft. Sie haben uns anfangs mehr Mühe gemacht als gedacht“, gab Hildesheims Spielmacher Robin John nach der Partie zu.
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© INGO MOELLERS
Yannic Lau (am Ball) erzielte während der 21:37-Niederlage gegen den Zweitligisten Eintracht Hildesheim zwei Tore für die Landesliga-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. In dieser Szene wird er von Hildesheims griechischem Nationalspieler Nikolaos Tzoufras (links) und vom A-Jugendlichen Frederic Stüber gestört.

In der Halle am Ammerweg waren am Mittwochabend gerade einmal drei Minuten gespielt, da dürften sich viele Zuschauer zum ersten Mal verwundert die Augen gerieben haben. Im Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Hildesheim lagen die gastgebenden Landesliga-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nach Toren von Werner Dörgeloh (1/1), Marcel Behrens und Alexander Depperschmidt schnell mit 3:0 in Führung. Am Ende setzte sich der Favorit aus Hildesheim zwar standesgemäß mit 37:21 (16:11) durch – als Verlierer standen aber auch die Grüppenbührener nicht da. „Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt und konnten den Gegner lange ärgern“, freute sich Kevin Pintscher, mit fünf Treffern bester Torschütze der Gastgeber.

Die Hildesheimer, die am Morgen vor der Partie noch ein Krafttraining absolviert hatten, wirkten zu Beginn im Angriff etwas zu statisch und scheiterten immer wieder am starken Grüppenbührener Torhüter Jan-Bernd Döhle. Allein in den ersten zehn Minuten zeigte der Schlussmann sechs Paraden. „Ich bin richtig zufrieden mit mir. Besser hätte es nicht laufen können“, freute er sich nach Spielende. Bis zum 8:6, das Pintscher in der 18. Minute markierte, agierten die Gastgeber auf Augenhöhe. „Die Kombinationen im Angriff liefen richtig gut“, betonte Trainer Sven Engelmann.

Dabei musste sein Team mit der für Grüppenbühren ungewohnten „Backe“ spielen, die normalerweise in der Halle Am Ammerweg verboten ist. Ohne den Einsatz des Haftmittels sind Heim-Testspiele gegen höherklassige Mannschaften allerdings kaum zu realisieren, da der Deutsche Handballbund ab der 3. Liga aufwärts von den Klubs verlangt, in Hallen zu spielen, in denen „Backe“ zum Einsatz kommen darf.

Nachdem Hildesheim in der 20. Minute zum 8:8 gekommen war, gewann der Zweitligist wie erwartet Oberwasser. Grüppenbühren musste zudem ab der 22. Minute auf Stefan Buß (Verdacht auf Muskelfaserriss) und später auch auf Werner Dörgeloh (Tritt in die Achillessehne) verzichten. Ohne die beiden Routiniers verlor das Team den Faden, und Hildesheim zog über 11:8 (24.) auf 14:9 davon (27.). Zur Pause lag der Zweitliga-Fünfte dann mit 16:11 in Front.

Im zweiten Durchgang liefen viele junge Spieler für die Gäste auf, in Torhüter Tom Landgraf und Kreisläufer Frederic Stüber sogar zwei A-Jugendliche. „Damit betreiben wir vor fremdem Publikum Werbung für unsere Nachwuchsabteilung“, erklärte der Hildesheimer Co-Trainer Michael Jahns, ein Bekannter des Grüppenbührener Assistenz-Coachs Timo Herrmann, der das Testspiel eingefädelt hatte.

Im Verlauf der zweiten Hälfte sprühten die Nachwuchsspieler der Gäste – kein Akteur war älter als 22 Jahre – nur so vor Spielfreude. Immer wieder kam Hildesheim erfolgreich zum Abschluss, und so stand es nach 37 Minuten bereits 21:11. Mühelos baute der Zweitligist seine Führung über 26:12 (41.) auf 30:14 aus (47.).

Auch in der Schlussviertelstunde des Spiels, das die Schiedsrichter Sven Aderhold und Ole Peuckert (Neuenburg) bestens im Griff hatten, hielten die Gäste das Tempo hoch. Spielmacher Robin John sorgte mit vier Toren in Folge für das 34:15 (50.). Danach gelang es Grüppenbühren, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten, was auch daran lag, dass Torhüter Sascha Klostermann, der inzwischen ins Spiel gekommen war, etliche Hildesheimer Würfe entschärfte. Am Ende hieß es dann 21:37 aus Sicht der Hausherren.

„Trotz des schweren Krafttrainings haben die Jungs dreißig Minuten lang gut gespielt“, freute sich Hildesheims Co-Trainer Jahns. Auch Grüppenbührens Coach Engelmann war zufrieden. „Wir haben uns gut verkauft und dem Publikum etwas geboten“, sagte er, ehe es für beide Teams zum gemeinsamen Essen ging.

Quelle: Delmenhorster Kurier