HSG bietet Zweitligisten die Stirn
Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg muss sich Eintracht Hildesheim mit 21:37 geschlagen geben. Vor eindrucksvoller Kulisse bringt der Landesligist den vier Klassen höher spielenden Gegner aber phasenweise in Verlegenheit.
Von DANIEl NIEBUHR

Lässt sich auch von einer Zweitliga-Abwehr selten stoppen: Marcel Behrens (Mitte) behauptet sich gegen den 70-fachen griechischen Internationalen Konstantinos Chantziaras (links) und Junioren-Nationalspieler Maurice Lungela.Foto: ROLF TOBIS

BOOKHOLZBERG. Holger Jüchter hatte die Gäste ja gewarnt. Kurz vor dem Anpfiff des Handballspiels gegen Eintracht Hildesheim hielt der Vorsitzende der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gestern Abend seine Begrüßungsrede über das Hallenmikrofon und scherzte noch: „Hier muss jeder Gegner aufpassen – wir sind bekanntlich sehr heimstark.“
60 höchst unterhaltsame Minuten später wussten die Spieler des Zweitligisten wohl, was Jüchter gemeint hatte. In einem sehenswerten Freundschaftsspiel hatte die Landkreis-HSG den vier Klassen höher spielenden Hildesheimern vor allem zu Beginn die Stirn geboten. Das achtbare 21:37 (11:16) war zwar die erste Heimniederlage der Saison für den Landesligisten – aber eine, die sich leicht verschmerzen ließ. „Wir sind hochzufrieden. Es war ein geiler Abend“, fand Rückraumspieler Kevin Pintscher.
Als das Spiel 18 Minuten alt gewesen war, schien es sogar kurz ein denkwürdiger Abend zu werden. Angetrieben von einer ausverkauften Halle am Ammerweg spielte die HSG in der Anfangsphase groß auf und brachte den mit einigen Nationalspielern bestückten Favoriten mächtig in Verlegenheit. Nach Toren von Werner Dörgeloh, Marcel Behrens und Alex Depperschmidt stand es schnell 3:0; eine Führung, die verblüffend lange hielt. In der 10. Minute gelang Behrens mit dem zweiten seiner sechs Tore das 6:3, nach 18 Minuten traf Pintscher zum 8:6. Vorne gelang gegen den Champions-League-erfahrenen Eintracht-Schlussmann Dennis Klockmann fast alles und im HSG-Tor brachte Jan-Bernd Döhle die Hildesheimer mit spektakulären Paraden zum Nachdenken. „Es war verrückt, wie gut alles geklappt hat“, meinte auch Döhle.
Dass die Hildesheimer danach mit Wut im Bauch und einer 8:1-Serie zum 14:9 den Spieß umdrehten, störte das lautstarke Publikum kaum. Nach der Halbzeit allerdings musste man kurz eine etwas heftigere Abreibung aus HSG-Sicht befürchten, als Hildesheim bis zur 43. Minute nur ein weiteres Tor zuließ und auf 26:12 wegzog. Danach aber blieb es bis zum Ende bei einem ähnlichen Abstand; vor allem weil auch Jan-Dirk Alfs und Arne Klostermann – Döhles Nachfolger im Tor – überragend hielten. „Für uns Torhüter hätte es nicht besser laufen können“, sagte Döhle. Spaß machte aber auch die Offensive, die sich in den letzten zehn Minuten einen munteren Schlagabtausch mit dem Zweitliga-Fünften lieferte. „Das haben die Jungs gut gespielt“, fand Trainer Sven Engelmann: „Das Wichtigste war, dass sie ihre Freude haben.“ Die hatten gestern alle Beteiligten – auch auf Hildesheimer Seite. „Ein schönes Spiel vor toller Kulisse“, befand Rückraumspieler Robin John. „Am Anfang waren wir müde, deshalb ist es ein relativ enges Ergebnis.“ Für Pintscher war es noch nicht eng genug. „Eigentlich“, grübelte der fünffache Torschütze, „ist der Sieg für Hildesheim in der Höhe schmeichelhaft.“

Quelle: DK Online