Nachgefragt: Marcel Behrens über Grüppenbührens Siegesserie und das anstehende Testspiel gegen Hildesheim „Bei uns ist die Euphorie da“

Acht Heimspiele, acht Siege – die Halle am Ammerweg ist in der laufenden Saison wieder eine Festung. Nach zuletzt drei Erfolgen in Serie liegen die Landesliga-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf dem dritten Tabellenplatz. Über die Aufstiegschancen seiner Mannschaft, den neuen Trainer Sven Engelmann und das morgige Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Hildesheim sprach Grüppenbührens Spielmacher Marcel Behrens mit Christoph Bähr.
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© Ingo Moellers
Grüppenbührens Lenker und Denker: Marcel Behrens hat sich mit seiner Mannschaft auf den dritten Tabellenplatz vorgekämpft. Chancen auf den Verbandsliga-Aufstieg rechnet sich der 33-jährige Spielmacher noch aus.

Herr Behrens, in der vergangenen Saison hatte die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ihre fast schon traditionelle Heimstärke verloren und stieg aus der Verbandsliga ab. Inzwischen ist Ihre Mannschaft aber in eigener Halle kaum noch zu schlagen. Woran liegt das?

Marcel Behrens: Erst einmal muss man sagen, dass wir jetzt eine Liga tiefer spielen. Die Gegner in der Landesliga haben nicht immer das Format wie die in der Verbandsliga. Trotzdem ist bei uns die Euphorie da. Es kommen wieder mehr Zuschauer, und unser neuer Trainer Sven Engelmann hat neue Impulse gebracht. Wenn es denn erstmal läuft und einige Spiele gewonnen wurden, funktioniert eben auch vieles von alleine. Jetzt arbeiten wir daran, dass es auch auswärts besser klappt.

Ist es denn wirklich solch ein großer Unterschied, ob ein Spiel in eigener oder in fremder Halle ausgetragen wird?

Ja, das ist für uns schon ein Unterschied. Zu Hause haben wir die Unterstützung der Zuschauer, und jeder gibt 120 Prozent. Das ist auswärts vielleicht nicht immer so, obwohl wir wissen, dass das falsch ist. In dieser Saison läuft es aber von Auswärtsspiel zu Auswärtsspiel besser. Ich bin optimistisch, dass wir demnächst auch öfter in fremder Halle gewinnen.

Momentan steht Grüppenbühren auf dem dritten Tabellenplatz. Ist der Aufstieg in die Verbandsliga ein Thema?

Ja, es wird in der Mannschaft nicht groß über den Aufstieg gesprochen, aber wir beschäftigen uns schon damit. Zum Tabellenzweiten TSG Hatten-Sandkrug II sind es nur vier Punkte, und wir spielen gegen die noch zu Hause (am 31. Januar, Anm. d. Red.). Der Zweite darf am Ende ja wahrscheinlich Aufstiegsspiele bestreiten. Sollten wir es auf den zweiten Platz schaffen, würden wir diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen.

Sie haben Ihren neuen Trainer Sven Engelmann bereits angesprochen. Seit Saisonbeginn ist er im Amt, wie läuft die Zusammenarbeit?

Mit ihm klappt es richtig gut. Alle ziehen mit, und er hat die Stimmung positiv beeinflusst. Natürlich war die vorher unter Frank Mehrings auch nicht schlecht, aber Sven macht einfach einige Dinge anders.

Sven Engelmann trainiert nicht nur Grüppenbühren, sondern auch den Verbandsligisten FTSV Jahn Brinkum. Hat diese Doppelrolle mal zu Problemen geführt?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind froh, dass Sven zu uns gekommen ist. Er hat zwar in dieser Saison einige Auswärtsspiele verpasst, aber da gab es aus der Mannschaft nicht ein negatives Wort. Ansonsten ist er immer da, und wir merken gar nichts davon, dass er auch noch Brinkum betreut. Sven gibt uns nie das Gefühl, dass er uns nur nebenbei trainiert. Er ist immer voll bei der Sache.

Den Ton in der Mannschaft geben weiterhin die erfahrenen Spieler wie Sie, Werner Dörgeloh oder Stefan Buß an. Gibt es denn junge Akteure, die irgendwann in Ihre Fußstapfen treten können?

Der ein oder andere war schon mal beim Training. Wer dann tatsächlich zu uns wechselt, muss man abwarten. Auch die jungen Spieler, die da sind, lernen viel. Man sieht, wie sie Fortschritte machen.

Sie selbst sind 33 Jahre alt. Haben Sie schon einmal ans Aufhören gedacht?

Ich wurde jetzt schon gefragt, wie es mit mir weitergeht. Das habe ich aber noch offen gelassen. Ich will mir darüber in Ruhe Gedanken machen und mir anhören, wie es in Grüppenbühren weitergeht. Es sieht aber ganz gut aus. Ich denke schon, dass ich noch weiterspiele.

Hängt das auch davon ab, ob Ihre Mannschaft aufsteigt?

Nein, die Liga ist für mich in meinem Alter nicht mehr entscheidend. Selbst wenn wir mal in die Weser-Ems-Liga absteigen sollten, könnte ich mir vorstellen, weiter in Grüppenbühren zu spielen.

Die Weser-Ems-Liga ist momentan aber weit entfernt. Vielmehr steht morgen ein Testspiel gegen den Zweitligisten Eintracht Hildesheim an. Was erwarten Sie von dieser Partie?

Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung (lacht). Aber im Ernst: Die Landesliga und die 2. Liga lassen sich überhaupt nicht vergleichen. Ich erwarte einfach nur, dass es Spaß macht. Die Halle wird voll sein. Und wann bekommt man mal solch eine Gelegenheit? Ich hoffe, dass uns die Hildesheimer ein paar Tore werfen lassen.

Quelle: Delmenhorster Kurier