1. Damen – Buß entfacht Begeisterung

Die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben sich erstaunlich schnell in der Landesliga etabliert
Buß entfacht Begeisterung
Daniel Cottäus

Als Vizemeister der Weser-Ems-Liga sind die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg vor der laufenden Saison in die Landesliga aufgestiegen. Nach den ersten zehn Spielen in der neuen Klasse steht fest: Das Team von Trainer Stefan Buß hat sich erstaunlich schnell an das höhere Tempo gewöhnt. Aktuell belegt Grüppenbühren den fünften Tabellenplatz. Auslöser des sportlichen Erfolgs war dabei kurioserweise eine besonders ärgerliche Niederlage.
Handball

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© INGO MOELLERS
Durchsetzungsstark: Bianca Herbec (beim Wurf) und Wiebke Möller (rechts) spielen mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg bis dato eine starke Saison in der Landesliga. Nach bisher zehn Partien belegt der Aufsteiger Platz fünf.

Eigentlich hätte er niedergeschlagen sein müssen, oder zumindest enttäuscht, doch Stefan Buß war kurz nach der Schlusssirene im Großen und Ganzen zufrieden mit dem, was er da am 21. September gesehen hatte. Mit 27:30 hatte seine Mannschaft beim TV 01 Bohmte verloren, es war die zweite Pleite im zweiten Spiel für die Handballerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nach dem Aufstieg in die Landesliga – und dennoch: Buß war zufrieden. „Wir haben 50 Minuten lang richtig gut gespielt. Da war mir unabhängig vom Ergebnis klar, dass wir in der neuen Liga angekommen sind“, sagt der Trainer, der gestern seinen 33. Geburtstag feierte. Nun lassen sich rückblickend freilich auch Niederlagen leicht zu Erfolgserlebnissen verklären, doch das, was Grüppenbühren in den Wochen nach dem Bohmte-Spiel abgeliefert hat, bestätigt die Einschätzung des Trainers. Sechs Siege bei nur zwei Niederlagen haben dazu geführt, dass das Team momentan auf Platz fünf der Tabelle steht, in Schlagdistanz zu den Top-Drei der Liga. „Überrascht mich gar nicht“, sagt Buß.

Dem Coach, der die Mannschaft nach dem Aufstieg von Andreas Müller übernahm, ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, Begeisterung in seinem Kader zu entfachen. „Die Stimmung bei uns ist hervorragend, so gut, wie ich es selten erlebt habe“, sagt Buß, der durchaus Vergleichsmöglichkeiten hat. Schließlich läuft er selbst für die Landesliga-Herren des Vereins auf und zählt als Torhüter zum Kader des Fußball-Kreisligisten VfL Stenum. Die Aufgabe bei den Grüppenbührener Handballerinnen ist seine erste Trainerstation, gemeinsam mit Assistent und B-Lizenz-Inhaber Timo Hermann ist Buß für das Team verantwortlich. „Wir haben uns schnell gefunden“, sagt er. Eine Aussage, die sich problemlos auf die Mannschaft übertragen lässt. Gleich sieben Neue haben Buß und Hermann vor der Saison eingebaut, abgesehen von den beiden Niederlagen zu Beginn gab es praktisch keine Anlaufschwierigkeiten. Ein Grund für den momentanen sportlichen Erfolg könnte sein, dass im Kader die Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und jungen Talenten stimmt. Nahezu alle Positionen sind mit Routiniers und Youngstern doppelt besetzt. „Das ist ein Vorteil“, betont Buß. So ist Jasmin Borchers auf Linksaußen beispielsweise eine der Stützen des Teams und gibt ihre Erfahrung an die jungen Julia Kant und Katja Hammler weiter, die ernsthafte Alternativen sind. Im Tor wechseln sich Ann-Cathrin Müller und Zugang Alicia Riedel ab – mit Erfolg: bisher hat Grüppenbühren die fünftwenigsten Gegentore der Liga kassiert. Im Angriff sorgen unter anderem Kreisläuferin Mareike Hermann und Haupttorschützin Wiebke Möller für Gefahr. Selbst personelle Rückschläge kann Grüppenbühren mittlerweile verkraften. Der Ausfall von Zugang Ilka Schmidt, die sich zu Saisonbeginn schwer verletzt hat und heute am Kreuzband operiert wird, tut dem Verein allerdings schon weh. „Sie wird uns auf der Mittelposition lange fehlen“, hadert Buß.

Mit den Damen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hat der 33-Jährige übrigens noch viel vor, seine Personalplanungen für die Spielzeit 2014/2015 sind jedenfalls schon jetzt – knapp ein Jahr im Voraus! – weitestgehend abgeschlossen. „Alle Spielerinnen haben bereits für die kommende Saison zugesagt“, erklärt der Trainer, „wenn ich mir den Kader so ansehe, dann brauchen wir vielleicht ein, zwei Verstärkungen. Wenn überhaupt“.

Es klingt also alles danach, als wenn die Landesliga für längere Zeit Grüppenbühren sportliche Heimat werden soll. „Das ist das Ziel. Im ersten Jahr nicht absteigen, und dann wollen wir uns endgültig etablieren“, erklärt Buß. Seit dem 21. September, jener 27:30-Niederlage in Bohmte, spricht derzeit vieles dafür, dass der Plan aufgehen könnte. Und vielleicht glückt dem Team am Sonntag, im letzten Spiel der Hinrunde, ja noch die ganz große Überraschung: ein Sieg beim noch immer verlustpunktfreien Spitzenreiter Elsflether TB.

Quelle: Delmenhorster Kurier