2./3. Herren – Duell der Generationen

HSG Grüppenbühren blickt mit Spannung dem Vereinsderby zwischen zweiter und dritter Mannschaft entgegen
Duell der Generationen
Christoph Bähr

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© Ingo Moellers
Beim ersten Vereinsderby während der vergangenen Saison sicherte Ralph Ohlebusch (beim Wurf) der dritten Grüppenbührener Mannschaft mit seinem Tor in letzter Sekunde das Unentschieden. Auch morgen steht der Haupttorschütze der Drittvertretung wieder im Blickpunkt.

Die einen sind zumeist Anfang 20, die anderen fast alle um die 40 Jahre alt: Wenn morgen die zweite Mannschaft der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Handball-Weser-Ems-Liga gegen das eigene dritte Team spielt, ist das zugleich ein Duell zwischen zwei Generationen. Streit gibt es zwischen den sehr unterschiedlichen Mannschaften aber nicht, dafür kennen sich die Spieler zu gut.
Handball

Egal worum sich die Gespräche in den vergangenen Wochen auch drehten, früher oder später ging es nur noch um das eine Thema: das Derby. Bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg laufen sich die Handballer der zweiten und dritten Mannschaft regelmäßig über den Weg – sei es in der Halle am Ammerweg oder im Klublokal. Während des einzigen Vereinsduells der Weser-Ems-Liga stehen sie sich morgen ab 16 Uhr auf dem Feld gegenüber. Eine Partie, die zurzeit die gesamte Handball-Spielgemeinschaft elektrisiert. „In letzter Zeit kamen wir bei allen Gesprächen immer wieder auf das Derby zurück. Es gab schon einige Sprüche. Jeder will zeigen, dass er das Spiel gewinnen kann“, sagt Gerold Steinmann, der Spielertrainer des dritten Teams.

Die Begegnung ist zugleich ein Duell der Generationen: Während die zweite Mannschaft auf einen Altersdurchschnitt von rund 23 Jahren kommt, sind die Akteure der Drittvertretung im Schnitt etwa 40 Jahre alt. Die größere Erfahrung sei ein Vorteil, betont Steinmann. „Die Gegner sind meistens schneller und wurfstärker, aber wir kommen über das Spielerische.“ Dank ihrer Routine schafften es die Grüppenbührener nach ihrem Aufstieg in der vergangenen Spielzeit auf den sechsten Platz in der Weser-Ems-Liga. Aktuell sind sie wieder Sechster. „Wir sind in der Liga schnell angekommen“, sagt Steinmann.

Auch in den Vereinsduellen weist die dritte Mannschaft eine positive Bilanz auf: In der Vorsaison gab es ein 27:27-Unentschieden und einen 28:24-Erfolg über die eigene Zweite. Dadurch wäre Grüppenbühren II beinahe abgestiegen und rettete sich am Ende nur knapp. „Obwohl die Zweite die Punkte damals dringend brauchte, haben beide Teams alles gegeben. Den Sieg freiwillig abzugeben, wäre nicht sportlich gewesen“, betont Steinmann. Momentan ist die Situation deutlich entspannter, denn die Zweitvertretung hat sich unter dem neuen Coach Andreas Müller stabilisiert und liegt als Siebter ebenfalls im gesicherten Mittelfeld. „Das Schöne ist wirklich, dass beide Teams dieses Mal frei aufspielen können“, verdeutlicht Müller. Er kennt den morgigen Gegner so gut wie kaum ein anderer, denn mit Grüppenbührener Routiniers wie Till Schwab-Sacher, Ralph Ohlebusch oder Torhüter Inger Kuck spielte der Trainer einst selbst zusammen.

Am Mittwoch während des Trainings hielt Müller mit seinen Schützlingen daher eine längere Besprechung ab: „Ich habe mit ihnen über vieles gesprochen und ihnen ein paar Tipps gegeben.“ Er rechnet damit, dass sich die Dritte einige Überraschungen einfallen lässt. Steinmann winkt jedoch ab: „Wir fahren mit unserer Schiene bisher ganz gut. Daher müssen wir nichts ändern.“

Einig sind sich Steinmann und Müller in einem Punkt: Beide Teams befinden sich auf Augenhöhe, einen Favoriten gibt es nicht. „Aber natürlich hat man als zweite Mannschaft den Anspruch, vor der dritten zu stehen“, unterstreicht Müller. Ehrgeiz ist allerdings auch bei Steinmann und seinen Akteuren vorhanden: „Vor dem Derby kann man das ein oder andere Wehwehchen ausblenden. Da will jeder unbedingt spielen“, sagt der Spielertrainer. Besonders geärgert hat sich Christoph Buyny, der das Klubduell aufgrund einer Rotsperre verpasst. Ralf Uhlhorn fehlt der Drittvertretung ebenfalls und verpasst somit das reizvolle Aufeinandertreffen mit seinem Neffen Jannik Uhlhorn, der in der zweiten Mannschaft spielt.

Klar ist, dass es nach dem Spiel kein böses Blut geben wird, ganz gleich wie das Ergebnis lautet. „Wir verstehen uns alle gut. Das wird auch so bleiben“, ist sich Steinmann sicher. Müller äußert sich ähnlich: „Auf dem Feld will jeder gewinnen, aber danach werden wir gemeinsam ein Bierchen trinken.“ Somit wird es im Grüppenbührener Vereinslokal wohl auch am Sonntagabend immer wieder auf das eine Thema hinauslaufen: das Derby.

Quelle: Delmenhorster Kurier