1. Herren – Zitterpartie im Derby

Kampf um die Punkte: Kevin Pintscher (HSG Gruppenbühren/Bookholzberg) auf der Jagd nach Toren
Bild: Dörte Eilers

Zitterpartie im Derby
HSG setzt sich gegen Ganderkesee 29:26 durch

Obwohl der Goalgetter fehlte, siegte die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Glänzend war ihr Auftritt aber nicht.
Sigrid Quahs

BOOKHOLZBERG Es war ein intensiv geführtes Nachbarschaftsderby in der Handball-Landesliga der Männer, das lange auf des Messers Schneide stand. Am Ende nutzte der Gastgeber HSG Grüppenbühren/Bookholzberg die Fehler des TSV Ganderkesee konsequent und gewann mit 29:26 (10:11).

Für beide Mannschaften ging es um viel: Ganderkesee wollte punkten, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen, die Hausherren benötigten den Sieg, um weiterhin im oberen Tabellendrittel mitmischen zu können. Seiner Favoritenrolle wurde das Team von Coach Sven Engelmann nicht gerecht. So fühlten sich die Gäste in ihrer Rolle recht wohl. Besonders Tobias Petrick und Sven Still setzten bei schnellen Kombinationen immer wieder Akzente.

Die Partie blieb in der ersten Hälfte bei wechselnden Führungen offen. Der Engelmann-Sieben fehlte wegen einer Verletzung der Goalgetter Werner Dörgeloh. Dadurch fehlte auch der Druck im Angriffsspiel, und die Hausherren lagen nach zehn Minuten 1:3 zurück. Doch schon wenig später glich die HSG zum 4:4 aus (14), ehe Tobias Petrick den Abstand wieder auf 7:5 (19.) ausbaute. Als Ganderkesee dann eine hochkarätige Chance liegen ließ, drehte die HSG richtig auf und kam nach drei Toren in Folge erstmals zu einer 8:7-Führung, die sie aber nicht bis zur Pause hielt. Erneut warf der überragende Tobias Petrick sein Team mit zwei Toren in Folge wieder in Führung.

Im ersten Abschnitt hatte die HSG-Deckung statisch und mit viel Härte agiert. In der zweiten Hälfte ging es zwar weiter robust zur Sache, die Gastgeber spielten aber schneller und ließen den Ganderkeseern nicht mehr so viel Raum zum Kombinieren. Trotzdem kamen die Gäste über sehenswerte Kombinationen vom Kreis und aus dem Rückraum zu Toren und schienen nach dem 13:16 (37.) weiter auf Kurs Richtung Sieg.

Einen Holztreffer von Sven Still nutzte HSG-Spieler Julian Stolz zum 22:20, doch schon im nächsten Angriff holten die Gäste durch Petrick wieder auf. Und als Kirschning einen Konter der HSG parierte, schaffte Benjamin Heinze von der rechten Außenbahn noch einmal den Ausgleich zum 22:22 (52.).

In der Schlussphase setzte Ganderkesee mit einer offenen Deckung alles auf eine Karte, doch beantwortete die HSG jeden Treffer mit einem Gegentor. Die Gastgeber leisteten sich weniger Fehler und kamen zu ihrem verdienten Erfolg.

Das sah auch HSG-Coach Sven Engelmann so: „Besonders in der zweiten Hälfte konnte wir das Tempo aus der eigenen Deckung nach vorne steigern und dadurch fielen die entscheidenden Tore.“ Höchst unzufrieden zeigte sich dagegen Ganderkesees Trainer Jörn Franke: „Die Chance war da, dem Gegner die Punkte abzunehmen, doch in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft einige bittere Fehler gemacht und ist dafür bestraft worden.“

Quelle: NWZ Online