Landesliga: Ganderkesee ärgert Grüppenbühren lange Zeit, verliert aber mit 26:29
Döhle dreht das Derby
Heino Horstmann

Handball
© INGO MOELLERS
Marcel Behrens (links) drehte in der zweiten Hälfte auf und führte die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zum 29:26-Derbysieg gegen den TSV Ganderkesee.

Mitte der zweiten Hälfte lag der Außenseiter plötzlich mit drei Toren vorne, und eine Überraschung schien sich abzuzeichnen. Am Ende nahm das Handball-Landesliga-Derby aber den erwarteten Ausgang: Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg bezwang den TSV Ganderkesee mit 29:26 (10:11) und sorgte für große Erleichterung bei Trainer Sven Engelmann.

Der Favorit hat sich durchgesetzt, geglänzt hat er dabei jedoch nicht. Mit 29:26 (10:11) gewannen die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg am Sonnabend das Landesliga-Derby gegen den TSV Ganderkesee. Für Grüppenbührens Trainer Sven Engelmann zählte nur der Sieg, das Zustandekommen war sekundär. „Wir müssen gewinnen, um in naher Zukunft in Ruhe arbeiten zu können“, hatte er bereits vor der Partie gefordert.

Dass die favorisierten Gastgeber unter einem enormen Druck standen, war für die 200 Zuschauer in der Halle am Ammerweg in der ersten Hälfte deutlich zu sehen. Technische Fehler und Schwächen beim Torwurf ließen die Ganderkeseer immer wieder leicht in Ballbesitz kommen. Zudem machte sich das verletzungsbedingte Fehlen von Grüppenbührens Routinier Werner Dörgeloh bemerkbar, der lediglich für einen Siebenmeter eingewechselt wurde. Die Gäste um Coach Jörn Franke boten im ersten Durchgang sehenswerte Spielzüge und lagen zur Pause folgerichtig mit 11:10 vorne. Die Führung hätte sogar höher ausfallen können, doch Grüppenbührens Torhüter Jan-Bernd Döhle hatte mehrere Großchancen vereitelt.

Seiner Abwehr sprach Franke ein Lob aus: „Zehn Gegentreffer in einer Halbzeit sprechen für eine kompakte Defensivabteilung.“ Gegen die 6:0-Deckung der Ganderkeseer fanden die Gastgeber in der Tat kein Mittel. Zudem präsentierte sich auch Gästekeeper Andreas Kirschning in glänzender Form und bügelte einige Fehler seiner Vorderleute aus. Erst in der siebten Minute musste er erstmals hinter sich greifen: Grüppenbührens Stefan Buß, mit zwölf Toren der beste Werfer der Partie, traf zum 1:2. Zuvor war die Franke-Sieben durch Tobias Petrick und Mario Wessels mit 2:0 in Front gegangen.

Behrens führt klug Regie

Auch nach dem Seitenwechsel machten die Gäste zunächst das Spiel. Als Michael Uken, mit neun Toren der treffsicherste Ganderkeseer, das 16:13 markierte, schien sich eine Sensation anzubahnen. Engelmann musste reagieren. Er brachte Döhle für den glücklosen Arne Klostermann, der in der zweiten Hälfte das Grüppenbührener Tor gehütet hatte. Nun ging ein Ruck durch das Heimteam. Döhle gab seinen Vorderleuten mit spektakulären Paraden mehr Sicherheit. Die Abwehr der Hausherren stand kompakter, und im Angriff zog Marcel Behrens die Fäden. Der Spielmacher setzte seine Nebenleute immer wieder gekonnt in Szene.

Marcel Biedermann brachte Grüppenbühren Mitte des zweiten Abschnitts erstmals in Führung – 20:19. Die Ganderkeseer mussten ihrem anstrengenden Tempospiel Tribut zollen. Die Konzentration ließ nach, was sich an technischen Fehlern und schwachen Abschlüssen zeigte. Vier Minuten vor dem Ende führten die Gastgeber folglich mit drei Treffern Vorsprung, danach brachten sie den Erfolg souverän über die Zeit. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Auch wenn längst nicht alles nach Wunsch lief, hat sie in der entscheidenden Phase Moral gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen“, resümierte Engelmann, dessen Team auf Tabellenplatz fünf rangiert.

Ganderkesee ist aktuell Zwölfter. Coach Franke zeigte sich nach dem Derby verärgert: „Da war mehr für uns drin, die Niederlage war unnötig. In der Schlussphase der zweiten Hälfte haben meine Spieler die vorgegebene Marschroute nicht mehr eingehalten.“

Quelle: Delmenhorster Kurier